Trainerfahrt: Skispringen beim WSV Lauscha 29./30.10.2016

1. November 2016 in Allgemein

Die Trainer der SG Weixdorf Abteilung Judo stehen nicht nur während des Trainings, den Wettkämpfen und anderen Veranstaltungen als Team zusammen, sondern können sich auch neben der vielen gemeinsamen Zeit auf der Matte in ihrer Freizeit noch gut riechen.

Aus diesem Grund wurde beschlossen, eine Trainerfahrt zu machen. Und natürlich musste ein sportliches Event her, das nichts mit Judo zutun hat, um unseren sportlichen Horizont zu erweitern. Da fiel die Wahl kurzer Hand auf Skispringen. Also fuhren wir 29.10. bis 30.10.2016 nach Lauscha in Südthüringen zum WSV 08 Lauschau, um uns im Skispringen zu versuchen.

Mit von der Partie waren: Beni Kurz, Pascal , Oskar, Maximilian, Julia, Tasmin, Adrian, André, Robert, Martin, Maria, Torsten, Antje und Steffen.

Krankheitsbedingt mussten leider Luisa und Vivien das heimische Bett hüten und Beni musste arbeitsbedingt absagen.

Treff war wie immer in aller herrgottsfrühe, wie könnte es anders sein, 7 Uhr am Hillig. Nachdem alle auf die drei Autos aufgeteilt waren, konnte und musste es auch schon losgehen, da wir bereits 10 Uhr am Schanzen-Areal des WSV 08 Lauscha sein mussten. Nach einer reibungslosen Fahrt kamen wir dort pünktlich an und sahen das erstemal das Gelände des Wintersportvereins, das sich über ein kleines Tal mit einem Hang zur Rechten für die Skisprung-Schanzen und einem Hang zur Linken für die Auslaufhänge erstreckt.

Beim Anblick der großen K92-Schanze (92m vom Schanzentisch bis zum Konstruktionspunkt, der Punkt an dem Auslaufhang  wieder flacher wird) bekam auch der Letzte, der bis dahin noch furchtlos vorm Skispringen war, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Glücklicherweise gab es auf dem Gelände neben der K92-Schanze auch K47-, K27- ,K15-, K10 und K3-Schanzen. Die letzten drei sollten uns für dieses Wochenende genügen.

Der Ort des Geschehens

Das soll unsere werden…

Nachdem wir die Schanzen in Augenschein genommen hatten, wurden wir von Jens, dem Trainer des WSV, begrüßt. Er zeigte uns unsere Unterbringung im OG des Vereinshaus und den Aufenthaltsraum im EG. Nachdem wir die Autos ausgeladen hatten, ging es auch schon los mit ein paar einführenden Worten, einem Kaffetrinken und einer Reportage über den „Skispring-Kurs für jedermann“, der uns zeigte was wir zu erwarten hatten (die Reportage könnt ihr euch auf Youtube ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=PC15VFBTPAQ).

Anschließend konnten wir in ein paar Aufwärm- und Gleichgewichtsübungen unser Geschick beweisen. Jens zeigte uns die Grundtechniken, wie die einfache Hockstellung, die typische Anfahrtsstellung vor dem Absprung, den Absprung an sich und die Telemark-Stellung für die sichere Landung. Nun ging es zur Besichtigung auf den Schanzen-Berg. Im Vorbereitungs- und Warteraum für die Skispringer an der Spitze der K92-Schanze konnten wir ein Gefühl für die Höhe der verschiedenen Schanzen bekommen. Mit Hilfe eines virtullen 3D-Ski-Sprungs von der großen Schanze machten wir uns eine Vorstellung, wie die Profis den Sprung erleben und konnten uns etwas für unsere kommenden Sprungversuche abschauen. Zur Stärkung gab es mittags Kartoffelsuppe. Danach ging es an die Skiausrüstung. Dazu gehörten Helm, Handschuhe, langer Skianzug, Schuhe und Ski, die uns teilweise in der Länge bis zu 75 cm überragten. Anzug, Schuhe und Ski wurden vom WSV gestellt.

Trockenübungen

Blick von ganz oben

Virtuelles 3D-Skispringen

Stärkung … wir wurden königlich versorgt!

Die Anprobe der Anzüge führte zu einigem Gelächter, da die Unterschiede der Staturen von Skispringern und Judoka zum Teil doch sehr groß sind und das  bei einigen von uns deutlich sichtbar und spürbar war.

Ankleiden die 1.

Ankleiden die 2.

Nun kanns los gehen…

Jetzt gibts noch Ski…

… und auf zum Hang

Gruppenfoto … einfach chic 🙂

Kurz darauf konnte es auch schon losgehen. Wir starteten am Auslauf der K10 und K15. Zuerst mussten wir natürlich lernen die langen Ski zu beherrschen. Also fuhren wir zuerst im Kniestand den Abhang hinunter. Nach ein paar Versuchen konnten wir uns wortwörtlich steigern, es folgte das Herabfahren des Abhanges in der Startposition und danach im Stehen. Hier half uns Jens mit wichtigen Hinweisen, bezüglich der Körperhaltung und der Schwerpunktverlagerung. Da die Matten irgendwann endeten, wir aber mit dem Ende der Matten noch lange nicht zum Stehen kamen, mussten wir uns an diesem Übergang nach hinten lehnen, damit uns die starke Bremswirkung des veränderten Untergrundes nicht nach vorne schleuderte. Dies klappte nicht immer wie gewollt, sodass unsere anfangs bunten Anzüge schon bald an Flecktarn in grün und braun erinnerten. Es kam hinzu, dass die lange Ski gar nicht so einfach zu beherrschen waren und viele von uns schon auf den Matten das richtige Verhalten im Falle des Fallens üben konnten.

Tassi und André

Martin und Steffen

Robert

Maria

Irgendwann trauten wir uns dann auch die fast kleinste der Schanzen (K10) in Angriff zu nehmen. Hier betrug die Anlauflänge gerade einmal fünf Meter, der Schanzentisch war nur dreißig Zentimeter hoch und die Geschwindigkeit am Ende des Schanzentisches betrug gerade einmal zwanzig Kilometer pro Stunde. Eigentlich alles keine beeindruckenden Zahlen, wenn man bedenkt, dass wir die Landung bei den Trockenübungen zuvor aus mindestens fünfzig Zentimetern geübt hatten und man beim Abfahrtsskilauf auch ohne Probleme mal die achtzig Kilometer pro Stunde knackt. Allerdings fährt man da auch nicht auf Schienen auf eine Kante zu. So kostete es einige von uns jedes Mal aufs Neue große Überwindung die Schanze hinunter zu fahren. Um sich daran zu gewöhnen, begannen wir wieder in der Hocke und arbeiteten uns langsam an die Startposition heran, um uns schlussendlich zu einem richtigen Sprung abzudrücken. Bei manchen ging dieser Prozess schneller, wie zum Beispiel Pascal und Oskar, während er bei anderen länger dauerte. Jens Tochter zeigte uns dann auch einmal, wie das richtig auszusehen hat. Soweit gekommen, ging es bei manchen auch schon darum den Schanzenrekord, der bei elf Metern liegt, zu brechen. Unser Rekord lag allerdings „nur“ bei zehn Metern, aufgestellt von Oskar, wenn ich mich richtig entsinne.

Antje

Oskar

Torsten

Julia

Antje

Julia

Maximilian

Dann wurde es auch schon dunkel, sodass wir leider nicht weiter springen konnten. Nach dem Duschen wurde gegrillt. Im Anschluss saßen wir noch ein bisschen zusammen und werteten den Tag aus. Dann spielten wir noch „Schummeln“. Einsatz war das Bezwingen des Abfahrtshanges der K92, „rennender“ Weise. Diese zweifelhafte Freude wurde Robert zuteil. Einige von uns begleiteten ihn. Im steilsten Punkt war die Schanze gefühlt fast senkrecht und seeeeeehr lang – tatsächlich waren es nur 36,5°, was ungefähr vierundsiebzig Prozent entspricht und neunzig Meter Länge. Trotzdem musste man zum Teil auf allen Vieren laufen. Ein weiterer Nachteil war bei manchen das Nichtvorhandensein geeigneten Schuhwerkes. Insgesamt brauchten wir zwischen drei und vier Minuten. Im Vergleich dazu: Der Rekord liegt laut Jens bei dreiundfünfzig Sekunden! Das war der Moment, ab dem der Gedanke aufkam, so einen Hang neben die Judohalle zu bauen – oder zumindest eine Treppe, die man hoch und runterlaufen kann. Nachdem die Aufgabe bewältigt war, saßen wir noch ein wenig zusammen und ließen den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen hatte irgendjemand vergessen seinen Wecker auszustellen, sodass wir als erstes halb sechs geweckt wurden – dank der Zeitumstellung war es aber glücklicherweise schon halb sieben. Der Großteil von uns schaffte es dann noch einmal bis um acht Uhr durchzuschlafen. Nach dem Frühstück erwärmten wir uns wieder mit Gleichgewichts- und Haltungsübungen. Einige von uns spürten schon dort die Strapazen des Vortages in ihren Beinen. Diese wurden zum Einen durch das ständige Treppensteigen und zum anderen durch die ungewohnten Haltungen verursacht. Dann schnappten wir uns unsere Ausrüstung und es ging auf den Hang bzw. die Sprungschanze – und das Treppensteigen begann von Neuem. Nachdem wir uns ein wenig eingesprungen hatten, trauten wir uns auf die nächsthöhere Schanze – die K15. Auch hier musste man sich erst  an die Geschwindigkeit und die Höhe des Schanzentisches gewöhnen, denn diese Schanze war nicht nur länger und hatte einen höheren Schanzentisch (ca. neunzig Zentimeter), sondern war auch noch steiler. Hier war die Überwindung zum Sprung noch um einiges höher, als bei der K10. Bis zum Mittagessen und auch noch danach verbrachten wir die Zeit damit diese Herausforderung zu meistern. Als Hilfestellung warf uns Jens den vereinseigenen Lift an, sodass wir weniger Treppen steigen mussten und deutlich häufiger springen konnten.

André

Beni 2.0

Pascal

Tassi

Adri

Bevor wir uns gegen drei Uhr schon wieder verabschieden mussten, gab es noch Kaffee und Kuchen. Jeder von uns bekam sogar noch eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme an dem Kurs „Skispringen für jedermann“ und ein T-Shirt. Als kleines Dankeschön für die tolle Betreuung und die Unterkunft überreichten wir Jens noch unsere Judo-Jubiläumstassen.

Als Abschied&Dankeschön: Jubiläumstassen

Gruppenfoto: Wir waren dabei!!!

Abschließend lässt sich wohl sagen, dass es für jeden von uns eine spannende und zum Teil auch neue Erfahrung war. Manche konnten sich mehr und manche weniger dafür begeistern, aber alle haben sich daran versucht und mit den Tipps, die wir von Jens bekamen, konnten wir uns stetig verbessern. Für einige von uns wird es wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir dort gewesen sind.

Ein großes Dankeschön geht an den WSV Lauscha 08 – und da insbesondere an Jens und seine Familie, die uns eine tolle Trainerfahrt mit einem außergewöhnlichen Erlebnis ermöglichten!

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