Neujahrspokalturnier Freital Tag 2 – U11+U15

3. Februar 2020 in Wettkampfberichte

Wettkampfberichte

Nachdem am ersten Februar die Altersklassen U13, U18 und Männer/Frauen mit einigen Platzierungen vorgelegt hatten, ging es am vergangenen Sonntag für die jungen KämpferInnen der U11 und U15 beim Freitaler Neujahrsturnier um weitere Pokale, Medaillen und Punkte für die Mannschaftswertung. Am Start waren am Morgen des Tages Adrian Eberlein, Linus Götze, Toni Kude, Jonathan Leuthold, Oscar Reichermeier, Matheo Schenker, Johann Weber, Arthur Weinhold und Johanna Makowski (alle U11), sowie später am Tag Tim Franke, Titus Wünsch, Finn Wurlitzer und Linus Zentner (alle U15).

In der Altersklasse U11 traten geschätzt etwa 120 Teilnehmer auf den drei Matten an, gut verteilt in gewichtsnahen Gruppen (falls sich jemand über die folgenden „krummen“ Gewichte wundert).

 

Adrian Eberlein & Arthur Weinhold, -24,5 kg (7 Teilnehmer)

Adrian und Arthur gingen in der niedrigsten Gewichtsklasse des Tages an den Start, kaum ein leichterer Kämpfer war in der Halle zu finden. Adrian wurde im Auftaktkampf von Werner (Pulsnitz, gelb) überrumpelt und mit einem Hüftwurf geworfen und landete auf der Seite, wofür sein Gegner Waza-Ari erhielt (halber Punkt). Gleich darauf fiel er auch nochmals auf den Rücken. Da sein Gegner dafür aber unerlaubterweise um Adrians Nacken gefasst hatte, wurde die Wertung annuliert und stattdessen eine Verwarnung an den Gegner ausgesprochen. Jetzt war auch Adrian endlich im Kampf angekommen und kam selbst mit Hüfttechnik zum Zug und schloss gleich darauf einen Haltegriff an, den er bis zum Sieg halten konnte. Im folgenden Halbfinale musste er sich leider Richter (SV Oberes Elbtal, gelb-orange) beugen und ging direkt in den Kampf um Platz 3 … to be continued …

Arthur lieferte einen starken Auftaktkampf gegen Kranisch (Hellerau, gelb) in dem beide Kämpfer körperlich gleich stark waren und Arthur gute Wurfansätze zu beiden Seiten bei gleichem Griff zeigen konnte – diese Fähigkeiten haben häufig erst ältere Judoka. Leider konnte keiner der Kämpfer eine Wertung erzielen und nach Ablauf der Kampfzeit erklärte der Kampfrichter den Gegner zum Sieger und auch Arthur ging direkt in den Kampf um Platz 3 … gegen Adrian!

Es folgte das „kleine Finale“ das wir eigentlich gern vermieden hätten: Adrian gegen Arthur und nur einer durfte am Ende eine Medaille mit nach Hause nehmen obwohl es beide verdient hätten. Beide Kämpfer waren sich wiederum sehr gleichwertig, Adrian ging mit Waza-ari für O-Soto-Gari in Führung und Arthur konnte kurz vor Schluss mit selber Technik ausgleichen. Auch hier musste am Ende der Kampfrichter den Sieger per Hantei festlegen – und man kann nur raten woran er die Entscheidung festmachte und wir hätten am Rand auch nicht sagen können wer den nun besser gewesen war! Letztendlich erhielt Adrian den dritten Platz und Arthur wurde 5.

Linus Götze, -27 kg (8 TN)

In der nächsthöheren Gewichtsklasse trat Linus an und zeigte sich im Auftaktkampf gegen Rosenhahn (Boxdorf, weiß-gelb) als der deutlich dominantere Kämpfer. Er kam häufig mit dem Schulterwurf Seoi-Nage zum Zug und konnte einen Haltegriff fast bis zum Sieg halten, aber halt nur fast. Letztendlich wurde ihm sein Gegner aber nie wirklich gefährlich und Linus verteidigte seine Wertung aus dem Haltegriff über die Kampfzeit und siegte. Im Halbfinale wurde es gegen Safranek (Judo Teplice, weiß-gelb) international. Der flinke Tscheche nahm Linus leider ziemlich schnell die Butter vom Brot und schickte ihn ins kleine Finale gegen Roßmy (Döbeln, weiß-gelb), das Linus mit zwei Waza-Ari-Wertungen für Schulterwurf vorzeitig beenden konnte und damit dritter Platz wurde!

 

Johann Weber, -30,6 kg (8 TN)

Johann hatte heute leider weniger Glück und war in zwei Kämpfen unterlegen, wobei die Wertungen gegen ihn zumeist durch Kontertechniken auf O-Soto-Otoshi fielen. Mach dir nichts draus! Manchmal läufts halt nicht! Kopf hoch! Und am O-Soto-Otoshi arbeiten. Mit diesem tollen Wurf kannst du erfolgreich sein wenn du im Training nochmal die wichtigen Schritte übst!

 

Oscar Reichermeier, -33,4 kg (8 TN)

Auch Oscar war in zwei Duellen unterlegen und schied aus, wobei der zweite Kampf erst nach Ablauf der vollen Kampfzeit denkbar knapp durch Kampfrichterentscheid verloren ging. Auch hier gilt: Dranbleiben! Solche knappen Entscheidungen können in Zukunft auch an dich gehen wenn du weiter übst!

 

Toni Kude und Jonathan Leuthold, -35,6 kg (8 TN)

Und auch Toni war heute wenig Glück vergönnt. Man merkte seinen Gegnern einen Vorsprung an Wettkampferfahrung an. Gegen den Riesaer Kuhl (weiß-gelb) fiel er auf Uchi-Mata und konnte den Waza-Ari des Gegners bis zum Ablauf der Kampfzeit nicht mehr aufholen. Im zweiten Duell gegen Petrasch (Sei Wa Kei Meißen, gelb) konnte er besser gegenhalten und den Kampf bis zum Ablauf der Zeit offen halten, musste sich aber im Kampfrichterentscheid beugen. Wie bei den vorigen Kämpfern: Wer den Kampfrichterentscheid vermeiden will, muss selbst werfen und dabei hilft nur Trainieren, Trainieren, Trainieren!

Jonathan war im Auftaktkampf dem Rodewischer Zickert (gelb) unterlegen, konnte aber in der Hoffnungsrunde den Heidenauer Storch (weiß-gelb) mit Ippon bezwingen und zog damit ins kleine Finale ein. Hier traf er auf Tonis Auftaktgegner Kuhl, dem er anfangs gut Widerstand leisten konnte, sich am Ende aber doch beugen musste. Trotzdem ging mit dem 5. Platz noch ein Pünktchen aufs Mannschaftskonto.

 

Matheo Schenker, -47,2 kg (5 TN)

Matheo hatte mit fünf Teilnehmern in seiner Gewichtsklasse ein anderes Wettkampfsystem. Für ihn ging es nicht Runde für Runde Richtung Finale, sondern er musste im System Jeder-gegen-Jeden ran. Im ersten Duell war er gegen den Rodewischer Kunz (gelb-orange) im Kampfrichterentscheid siegreich. Zwar sehr knapp, aber dennoch ein Sieg. Auch das zweite Duell ging über die volle Kampfdauer und wurde erst durch Hantei entschieden. Wiederum zu Matheos Gunsten, jetzt aber meiner Meinung auch deutlich verdient, da er die stärkeren Angriffe zeigte. Nun wendete sich das Blatt leider und mit Reschke (Spree-Neiße, gelb-orange) und Meinel (Rodewisch, gelb-orange) traten zwei starke und erfahrene Gegner auf den Plan, denen Matheo leider unterlegen war. Zwar belegte Matheo einen dritten Platz, hatte aber eigentlich mit einem Pokal geliebäugelt. Da bleib nur zu sagen: Versuchs nächstes Jahr wieder! Du hast das Zeug für einen Pokal, aber die Konkurrenz schläft nicht.

 

Johanna Makowski, -26,6 kg (4 TN)

Unser einziges Mädchen im Team musste sich in drei Duellen behaupten. Den Auftaktkampf gegen Herrmann (Coswig, weiß-gelb) schloss sie durch O-Soto-Otoshi siegreich ab, gegen Petzold (Riesa, gelb) und Krzyzaniak (Kamenz) war sie zwar kräftemäßig überlegen, aber irgendwie fehlte eine starke Angriffstechnik und die Kämpfe gingen verloren – übe im Trainingskampf einen Wurf nach vorn! Die Kraft und Schnelligkeit sind ja da! Trotzdem stand Johanna am Ende des Wettkampftages auf dem dritten Platz!

 

Nachdem die U11 ihre Besten ermittelt hatte, ging es nahtlos mit der U15 weiter.

Finn Wurlitzer und Linus Zentner, -34 kg (3 TN)

Unsere Superleichtgewichte Finn und Linus konnten sich mal wieder nicht voneinander trennen und hatten noch einen weiteren Starter in ihrer Klasse. Im System Jeder-gegen-Jeden müssen aber zuerst die vereinsinternen Duelle ausgetragen werden um unlautere Absprachen zur Ergebnis-Manipulation zu vermeiden. So durften wir vom Mattenrand aus zuerst das hochkarätige Duell Finn vs. Linus beobachten die sich mit hohem Tempo, wechselnden Vorteilen und einfach schönem Judo maßen. Kurzum: Es war ein Augenschmauß! Linus ging mit Ko-Soto-Gari in Führung, Finn versuchte mit Harai-Maki-Komi (!!) auszugleichen, den Linus aber in letzter Sekunde abfangen konnte. Kurz vor knapp zauberte Finn noch einen wunderbaren Seoi-Nage auf die Matte, der auch mit Ippon bewertet wurde, wobei Finn auch nahtlos in den Armhebel weiterging falls die Kampfrichter anders entschieden hätten. Man kann nicht wirklich sagen dass es in diesem Kampf einen Verlierer gab, der Kampfrichter zeigte am Ende nur zufällig auf Finn…

Linus startete im zweiten Duell der Gewichtsklasse gegen Reichel (Gornau, grün) und auch dieses Duell war toll anzusehen – wennauch wir nun natürlich einen klaren Favoriten hatten! Linus konnte mit Waza-Ari für eine Kontertechnik in Führung gegen, die sein Gegner mit Seoi-Nage egalisierte. Nach Ablauf der regulären Kampfzeit ging der Kampf ins Golden-Score (d.h. die erste Wertung beendet den Kampf, wie Golden Goal), in dem Reichel mit O-Uchi-Gari zum Zug kam.

Leider trat Reichel im Duell gegen Finn aufgrund einer Handverletzung nicht mehr an, sodass uns dieser Kampf vorenthalten wurde 🙁 Wir hätten es alle gern gesehen!

Am Ende stand Finn oben auf dem Podest und Linus auf dem dritten Platz, wobei das Ergebnis in keinster Weise die Leistungen der Jungs wiederspiegelt! Beide waren eigentlich völlig gleichwertig, zeigten tolles Judo und beeindruckten mit Abgeklärtheit und Übersicht – weiter so!

 

Tim Franke, -50 kg (11 TN)

Tim musste in einer der volleren Gewichtsklassen ran und hatte kein Freilos was ihm einen langen Weg zu den Podestplätzen bescherte. Im Auftaktkampf bezwang er Zaitsev (Gornau, gelb-orange) mit einer schönen Fußwurf-Kombination O/Ko-Uchi-Gari im ersten Angriff!

Das zweite Duell gegen Lukas Schädlich (Rodewisch, grün) entwickelte sich zu einer Materialschlacht! Tim konnte mit O-Uchi-Gari starke Akzente setzen, aber nicht werfen. Der Gegner kam allerdings auch nicht zum Zug. Die einzig wirklich brenzlige Situation für Tim war ein Armhebel seines Gegners, der Tims Arm in wirklich widerliche Winkel bog – was Tim ein müdes Lächeln abrang ?! Und sowohl mir als auch dem Rodewischer Trainer am Rand ungläubiges Staunen. Irgendwann musste der Kampfrichter diesen Angriff dann abbrechen lassen weil Tim einfach unhebelbar war. Ohne Wertung – aber auch ohne Strafen – ging der Kampf in die Verlängerung und beide Kämpfer bewiesen einen langen Atem und kämpften auch diese voll durch, sodass der Kampfrichter wiederum zum Hantei gezwungen wurde. Dieses fiel leider gegen Tim aus. Das war einfach Pech.

In der Hoffnungsrunde ging es weiter gegen Emre Koca (SV Oberes Elbtal, orange), den Tim mit O-Uchi-Gari/Uchi-Mata und anschließendem Haltegriff bezwingen konnte. Leider endete Tims Lauf gegen Hoffmann (Coswig, orange-grün) durch Kontertechnik kurz vor dem dritten Platz, aber mit seiner Kampfleistung muss sich Tim keineswegs verstecken! PS. Uchi-Mata üben nicht vergessen!

 

Titus Wünsch, -66 kg (4 TN)

Titus war heute mit dem richtigen Fuß aufgestanden und hatte einen goldenen Tag! In seiner Vierer-Gruppe setzte er sich relativ ungefährdet mit drei Ippons in Folge klar auf Platz Eins! Den ersten Kampf brachte er mit Tani-Otoshi zu Ende. Vor dem zweiten Kampf erhielt er den Hinweise dass er seine Seoi-Nage-Ansätze doch ruhig auch vollenden könne… Und das tat er! So richtig hatte er wohl selbst nicht dran geglaubt dass der Schulterwurf ihm tatsächlich liegen könnte, aber Gegner 2 und 3 flogen in hohen Bogen und mit Schwung auf den Rücken und Titus strahlte sowohl über den Pokal als auch über die neue Wettkampftechnik, die ihm auch in Zukunft hoffentlich noch viele Erfolge bescheren wird!

 

Für die Mannschaftswertung reichten unser Punkte-Konto am Ende wohl nicht aus. Die Plätze 5 bis 1 gingen an andere Vereine, für alle Interessierten: Gewonnen hat der Gastgeber PSV Freital.

 

Fazit: Am zweiten Tag des Neujahrspokalturniers haben sich die Weixdorfer teuer verkaufen können, bei manchem hat es zwar nicht für einen Sieg oder einen Podestplatz gereicht, aber die Lernkurve zeigt bei allen nach oben und wer im Training dranbleibt wird schon bald Erfolge feiern können. Und wie das Beispiel des letzt-genannten Kämpfers zeigt, lohnen sich die Turniere um das im Training Erlernte mal unter Praxis-Bedingungen zu testen und vielleicht positiv überrascht zu werden 😉

 

 

Mannschaftsfotos und fehlende Fotos der Siegerehrung werden schnellstmöglich nachgereicht!

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