BMW-Cup in Leipzig – Tag 2 (U15)

Am Samstag ging es in Leipzig mit der U15 weiter, aus Weixdorfer Sicht mit Liam und Emma. Nach sehr zeitiger Anreise ging der Wettkampfverlauf zügig und die Kämpfe waren kurz nach 15:00 abgeschlossen. Die beiden Weixdorfer konnten mit ausschließlich neuen Gegnern eine Menge Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln und sich optimal für die MDEM vorbereiten, wenn auch keine Platzierung dabei heraussprang.

Liam war zuerst an der Reihe und das Schwergewicht bei den Jungs war sehr voll besetzt (+66kg, 23 Teilnehmer) und mit gleich dreimaliger Vertretung des neuen Nationalanschlusskaders „Team Deutschland“. Da er wieder mit enormen Gewichtsnachteilen zurechtkommen musste, war energischer Griffkampf und Agilität gefragt. Das gelang im ersten Kampf gut, Liam kämpfte taktisch stark und setzte immer wieder Akzente. Brenzlig wurde es im Boden, wenn der Gegner (Nürnberg, BY) seine Masse für Umdreher nutzte. Durch konsequentes Füßestören sprang ein Yuko heraus, der Problemlos über die Zeit gebracht wurde. Der zweite Gegner (Eberswalde, BB) war sehr dominant mit linkem Nackengriff und sammelte direkt mit dem ersten Angriff eine Wertung. Liam konnte sich in der Folge im Griff besser erwehren, kam aber nicht zu eigenen Angriffen und verlor in einer jedoch fragwürdigen Festhalte. In der Trostrunde kam endlich ein ähnlich schwerer Widersacher (Niedersächsischer Judoverband), im extremen Kenka-yotsu neutralisierten sich die Athleten jedoch stark. Beide fanden für die ausgeprägte gegengleiche Rechts-links-Auslage keine Lösungen und den abwechselnden Eindrehversuchen fehlte daher die Kontrolle und Rotation im Oberkörper. Leider wurde Liam dabei zweimal auf Yuko gekontert und schied nach drei taktisch wirklich starken Kämpfen aus.

Emmas Gewichtsklasse startete als eine der letzten (-44kg, 13 Teilnehmerinnen). Im ersten Kampf wurde sie von der versierten Gegnerin (Schwäbisch Gmünd, BW) im ersten Angriff durch einen weit angesetzten Crossgrip-O-soto-gari erwischt. In der Trostrunde legte sie im Griffkampf wunderbar los und ließ der Gegnerin (Spremberg, BB) keine Chance für eigene Angriffe. Ein weitergedrehter Fußansatz brachte einen Yuko. In der Folge wurde sie etwas nachlässiger und überließ der Konkurrentin mehr das Feld im Griff, unmittelbar wurde es etwas gefährlicher. Diese Phase war aber schnell überstanden und in der zweiten Kampfhälfte war Emma wieder hellwach im Griff mit gutem Timing in den Ansätzen. Durch einen Konter mit Ko-soto-gake erhielt sie noch einen Waza-ari und brachte den Kampf problemlos über die Zeit. Im dritten Kampf ging es bereits um den Einzug ins kleine Finale und die Gegnerin kam erneut aus Brandenburg (Königs Wusterhausen). Deren Rucksack-Eri-seoi-nage konnte zumeist verhindert werden, einmal brachte er aber weitergerollt einen Yuko gegen Emma. In der Folge bestimmte Emma wieder das Geschehen im Griffkampf, die Angriffe verfehlten aber jeweils knapp eine Wertung. In der letzten Kampfminute gab sie noch einmal alles und ging richtigerweise ins Risiko, wurde jedoch knapp nicht belohnt. Auch bei ihr kam nach starken Kämpfen das Aus, mit einem 7. Platz auf dem Papier.

Die Ausbeute war damit ergebnistechnisch klein aber lerntechnisch groß. Im Wettbewerb mit der nationalen Elite hielten Liam und Emma vor allem kampftaktisch überwiegend gleichwertig mit und nur Momente entschieden mehrfach zwischen Sieg und Niederlage. Damit können die mitteldeutschen Meisterschaften nächste Woche kommen!