Am Sonntag, 24.05., ging es wieder zum Finaltag der Landesliga Sachsen. Wie die letzten Jahre hatte sich der Döbelner SC mit seiner schönen großen Halle um die Ausrichtung gekümmert und wie üblich für optimale Rahmenbedingungen gesorgt. Die etwas ungünstige Terminlage am Pfingstsonntag traf die Teams unterschiedlich stark, insgesamt waren aber die meisten Mannschaften nahezu vollständig und der Ligaabschluss fand auf gewohnt hohem Niveau statt.
Team Weixdorf:
-60kg: unbesetzt
-66kg: Finn Wurlitzer
-73kg: Leif Buder, Fabian Bräkow
-81kg: Tilman Riedel, Conrad Ritter
-90kg: Titus Wünsch, Lukas Petzold
-100kg: Torsten Keil
+100kg: Martin Weiher
Kampfreihenfolge: -66, -100, -90, -73, -81, -60, +100
Mit dem zweiten Platz in Pool Ost ging es bereits das dritte Jahr in Folge ins Final Four, also die Playoffs um die ersten vier Platzierungen, mit dem Ziel einer Medaille vor Augen. Gegner im Halbfinale war Platz eins des Westsachsenpools: der Chemnitzer PSC Budo.
Die Weixdorfer zeigten an diesem Tag insgesamt eine kluge Kampfführung, die auch die ersten beiden Siege bedeutete: Finn ging mit kleinen Wertungen in Führung, ließ seinen Gegner gar nicht zu eigenen Aktionen kommen und beendete den Kampf nach drei Minuten mit einem sehenswerten diagonal eingedrehten tiefen Seoi-nage. Titus, eine Gewichtsklasse höher kämpfend, nutzte einen günstigen Moment, um mit Tani-otoshi die erste Wertung zu sammeln. Als der Gegner seinerseits Tani-otoshi angreifen wollte, übernahm Titus mit Uchi-mata zum vollen Punkt. Lukas musste sich seinem starken Gegner daraufhin geschlagen geben. Den dritten Sieg und damit Matchball sicherte Leif mit zwei blitzschnell eingedrehten Tai-otoshi-Ansätzen, jeweils mit Waza-ari bewertet. Der Matchball konnte auch umgehend verwandelt werden, als Tilman zuerst Uchi-mata-gaeshi warf und dann mit zwei zugegebenermaßen nicht allzu schönen Kontertechniken den Sack zumachte. Der Punkt im Superleichtgewicht musste daraufhin kampflos abgegeben werden. Den Schlusspunkt setzte Martin, der seinen deutlich größeren und schwereren Gegner clever stellte und mit feinem Timing durch Ko-soto-gari auf den Rücken legte. Damit 5:2 und der ersehnte Finaleinzug!
Im anderen Halbfinale ging es spannend zu und lange hin und her, der JSV Rammenau setzte sich letztlich mit 4:3 durch. Es kam also zum Traumfinale und dem so häufigen Duell, das jedes Mal unsäglich knapp wird und nur durch Nuancen entschieden wird. So natürlich auch dieses Mal.
Einen starken Start legte wieder Finn hin. Über die 4 Minuten konnte er sich zwei Yuko-Wertungen sichern und jeglicher Gefahr durch gegnerische Ansätze entgehen. Die Aufstellung im Mittel- und Halbschwergewicht wurde getauscht, sodass nun Lukas zuerst dran war. Leider musste er sich ein einem offenen Kampf mit einigen eigenen Ansätzen geschlagen geben. Nun war Titus gegen seinen Dauerrivalen an der Reihe, gegen den die Bilanz absolut ausgewogen ist, was die Spannung noch weiter erhöhte. Auch diesmal verlief der Kampf extrem ausgeglichen, da beide ihre gegenseitigen Angriffe gut kannten. In so einem Fall entscheiden winzige Unaufmerksamkeiten, was in der letzten Kampfminute leider zu einem Waza-ari des Rammenauer Gegners führte. Titus warf noch einmal alles in die Waagschale, konnte den Rückstand jedoch nicht mehr egalisieren. Sehr schade, aber es ging packend weiter. In der Folge konnte Leif den nächsten Weixdorfer Sieg klarmachen, indem er seinen tiefen Seoi-nage mit Ko-uchi-makikomi auf Waza-ari kombinierte und, als beide Kämpfer aus dem Boden aufstanden, direkt einen Ura-nage zum zweiten Waza-ari anschloss. Weiter ging es mit Tilman, der einen Yuko-Rückstand als Wachrüttler benötigte, daraufhin mit Yuko für O-uchi-gari ausglich und den Kampf mit Harai-goshi beendete. Das bedeutete die erneute Führung in der vorletzten Runde und mit der kampflosen Niederlage im Superleichtgewicht war bereits klar, dass der letzte Kampf über die Begegnung, das Finale und den Meistertitel entscheiden musste. Hier kam es zu einem wahren Krimi auf Augenhöhe, in dem Martin technisch und taktisch mit aller Routine agierte. Doch auch hier entschied ein kurzer Augenblick, der eine gegnerische Waza-ari-Führung zur Folge hatte. Und Martin gab auch hier noch einmal alles, griff im letzten Kampfabschnitt mit hoher Frequenz und vollem Risiko an und wurde fast belohnt, aber eben leider nur fast. Die Kampfzeit war abgelaufen und damit nach einem hochklassigen Duell die hauchdünne 3:4-Niederlage besiegelt.
Natürlich kam nach diesem so dramatischen Ende ein wenig Enttäuschung auf, größer ist nach dieser Saison allerdings die Zufriedenheit über das Erreichte. Der Vizemeistertitel ist eine grandiose Leistung, auf die man durchaus stolz sein kann! Zudem gelang nun zum dritten Mal in Folge der Einzug ins Final Four, was die konstante Teamstärke widerspiegelt und zeigt, dass das Projekt Landesliga allen einen Riesenspaß macht. Die Stimmung ist super, weswegen grundsätzlich bei jedem Kampftag die vollständige Mannschaft mit dabei ist, was nicht alle Teams von sich behaupten können. Mit alldem war die Freude über die Silbermedaille sowie auf die nächste Saison natürlich groß.
Selbstverständlich wurde der Saisonabschluss nach der Rückkunft auch noch gebührend gefeiert und bei Gegrilltem und Kuchen der Tag noch lange ausklingen gelassen.
Im Übrigen: Tolle und professionelle Bilder vom Kampftag gibt es unter http://bit.ly/4fazykF
| Name | Vorname | Gewichtsklasse | Kämpfe | Gewonnen | Verloren |
| Bräkow | Fabian | -73 | – | – | – |
| Buder | Leif | -73 | 2 | 2 | – |
| Keil | Torsten | -100 | – | – | – |
| Kleint | Richard | -73 | – | – | – |
| Petzold | Lukas | -90 | 2 | – | 2 |
| Riedel | Tilman | -81 | 2 | 2 | – |
| Ritter | Conrad | -81 | – | – | – |
| Weiher | Martin | +100 | 2 | 1 | 1 |
| Wünsch | Titus | -90 | 2 | 1 | 1 |
| Wurlitzer | Finn | -66 | 2 | 2 | – |