Landeseinzelmeisterschaften Männer/Frauen am 23.10.2016 in Dresden

23. Oktober 2016 in Wettkampfberichte

Wettkampfberichte

Am heutigen Sonntag ging es beim SV Motor-Mickten für die Männer und Frauen zur Sache. Bei den Landeseinzelmeisterschaften (LEM) ging es um den begehrten Titel „SachenmeisterIn“ und die Tickets für die Mitteldeutschen Einzelmeisterschaften und auch die Pokalmeisterschaften.

Leider war das Teilnehmerfeld auch in diesem Jahr wieder überschaubar: Nur 76 Kämpfer aus 31 sächsischen Vereinen betraten heute die Tatami. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. In den meisten Frauengewichtsklassen wurden deshalb Poolkämpfe („Jeder gegen Jeden“) durchgeführt, bei den Männer kam zumeist das Doppel-KO-System als Wettkampfsystem für max. 8 Teilnehmer zum Einsatz. Die SG Weixdorf wurde vertreten von Maria Weidner, Dominic Albrecht, Adrian Orzyszek, Maks Sieger, Oskar Feldmann und Martin Weiher. Dazu kamen noch Fotograph André und Coach Antje.

In diesem Jahr gab es wieder ein Neuerung bzw. ein Revival: Es werden wieder Gruppenmeisterschaften, dass heißt Mitteldeutsche Meisterschaften (MDEM), als Vorstufe der Deutschen Einzelmeisterschaften durchgeführt. Damit gibt es nunmehr drei Wege sich für die nationalen Titelkämpfe zu qualifizieren:

  1. „Der klassische Weg“ (seit diesem Jahr wieder möglich): LEM – MDEM – DEM, die Platzierten jeder Gewichtsklasse kommen zur nächsthöheren Ebene (Platz 1 -3).
  2. Über die Deutschen Pokalmeisterschaften der Landesverbände (DPMdLV), an denen Judoka der SG Weixdorf in den vergangenen Jahren häufig teilgenommen haben, es qualifizieren sich nach einem Länderschlüssel in Sachsen nur die Finalisten jeder Klasse.
  3. Über die nationale Rangliste, für die man auf Ranglistenturnieren Ranglistenpunkte sammeln muss.

Langer Rede kurzer Sinn: Seit diesem Jahr kann man auch wieder als dritter Platz eine Ebene weiterkommen und zwar zu den Mitteldeutschen Meisterschaften.

Zum eigentlichen Kampfgeschehen:

FRAUEN

  • 63 kg, Maria Weidner (5 Teilnehmer)

In Marias Klasse waren fünf Starterinnen angetreten und es wurde Jeder-gegen-Jeden gekämpft. Als erstes startete Maria gegen Isabell Gräbner (SV Auerbach 05, schwarz) und musste einen Yuko für Soto-Maki-Komi hinnehmen. Weiteren Seoi-Nage- und Hebelangriffen ihrer Gegnerin konnte sie ausweichen, kam dabei aber selbst nicht zum Zug und musste eine Strafe für Passivität einstecken. Ein O-Soto-Ansatz von Maria wurde von Gräbner gekontert, die dafür „nur“ Yuko erhielt, aber mit einer anschließenden Festhaltetechnik siegreich war.

Im zweiten Kampf ging es gegen Susann Kracht (JC RBS Leipzig 1991, schwarz). Maria konnte die Begegnung mit zwei großen Wertungen (Waza-Ari) für eine Wurftechnik und anschließende Kesa-Gatame für sich entscheiden.

Die dritte Begegnung ging leider gegen die spätere Erstplatzierte Darinka Schäfer (ISG Hagenwerder, braun) verloren, ebenso der letzte Kampf gegen Julia Klügel (BSG Motor Dippoldiswalde, braun). Ihre Gegnerin legte ein hohes Tempo vor, aber die erste Yuko-Wertung ging dennoch für Soto-Maki-Komi an Maria. Leider konnte ihre Gegnerin 8 Sekunden vor Kampfende das Ergebnis durch eine eigene große Wertung für O-Soto-Gari und anschließende Haltetechnik drehen und siegen.

Somit errang Maria einen dritten Platz in ihrer Klasse und damit die Qualifikation für die MDEM am 6. November in Adorf. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!


Männer

Insgesamt brachten wir fünf Kämpfer an den Start – alle fein verteilt über fast alle Gewichtsklassen!

  • 60 kg, Dominic Albrecht (5 TN)

Im Superleichtgewicht startete wie üblich Dominic (der natürlich auch voll bekleidet die Waage betrat und dabei noch Spielraum hatte… da waren die anderen Halbnackten im Raum schon neidisch!). Ähnlich wie Maria hatte er in einem 5er-Pool vier Kämpfe zu bestreiten.

Als erstes „durfte“ Dominic gegen seinen altbekannten Gegner Martin Müller (VfL Riesa, blau) ran und konnte relativ zügig mit Uchi-Mata links einen Waza-Ari erringen. Sein Gegner bewies dass er ebenfalls den Innenschenkelwurf beherrscht und konnte auf dieselbe Art und Weise ausgleichen. Und aller guten Dinge sind drei! Der dritte Waza-Ari für Uchi-Mata ging an… tatatata… Dominic! Der damit siegreich war (2 Waza-Ari = 1 Ippon = K.O.-Sieg).

In der zweiten Begegnung traf Dominic auf Michael Frohberg (JSV Rammenau, braun), ebenfalls schon langjähriger Dauerrivale. Wiederum ging Dominic mit Waza-Ari in Führung und versuchte im Bodenkampf den Gegner per Armhebeltechnik zur Aufgabe zu zwingen, was er aber nicht zu Ende führen konnte. Er sammelte eine weitere kleine Wertung (Yuko) für O-Soto und sein Gegner geriet mit zwei weiteren Strafen ins Hintertreffen. Schließlich machte Dominic den Sack per Tani-Otoshi/Umschubser-Technik zu, die mit einem weiteren Waza-Ari bewertet wurde. Es lief also ganz gut in dieser Klasse.

Leider verletzte sich Dominic im dritten Kampf (Felix Görner, Zwickau, braun) an der Rippe und musste den Kampf in der Festhalte aufgeben und war auch dem Doppel-Deutschen Meister Niels Blagnies (AC Taucha, braun, Meister U18 und U21 2016) unterlegen, wobei das hohe Kampftempo der beiden Kontrahenten wirklich beachtlich war!

Mit der 50:50 Kampfbilanz landete Dominic auf dem dritten Platz und sicherte sich wie Maria ein Ticket für die MDEM! Herzlichen Glückwunsch!

 

  • 66 kg, Adrian Orzyszek (8 TN)

Adrian startete im Halbleichtgewicht dass er auch zielsicher mit 65,9 kg hatte. Dabei hatte er den Start in dieser Klasse schon abgeschrieben und war selbst überrascht von der Wirkung seiner Wunderdiät (Liebe Abnehmindustrie: Reis und Bier sind das Wunderrezept das ihr schon lange sucht!). -Wer das verschwundene Kilogramm findet, kann es behalten. Adrian will es gar nicht wieder.-

Auf jeden Fall war Adrian damit in einer gut gefüllten Kampfliste auf Position 7 und startete gegen Daniel Seyring (AC Taucha, blau), der mit einer Hüfttechnik werfen konnte und dafür den Punkt zugesprochen bekam.

In der Trostrunde fetzte sich Adrian mit Martin Dreyer (VfL Riesa, blau) und konnte gute Wurfansätze platzieren, aber leider nicht abschließen. Leider war sein Gegner letztendlich mit Tani-Otoshi siegreich und Adrian schied aus.

  • 73 kg, Maks Sieger (11 TN)

Maks startete wie üblich in der vollsten Klasse und zog auch wieder einen der Vorrundenkämpfe, womit ihm im Kampfsystem „KO mit doppelter Trostunde“ als einem von drei Kämpfer im ganzen Turnier ein Ausscheiden nach nur einem Kampf drohte.

Sein erster Gegner war einer der Favoriten Tom Patzenhauer (JC Leipzig, braun). Beide hatten schon eine kurze Begegnung in der Regionalliga, die der Junior innerhalb von Sekunden für sich entschieden hatte. Heute konnte Maks zwar etwas länger durchhalten und seinem Gegner auch kleinere Steine in den Weg legen, dennoch war Patzenhauer mit zwei Waza-Ari für starke Soto-Maki-Komi und Fußfegetechniken siegreich und konnte sich am Ende auch auf Platz 2 platzieren. Der Sieg von Patzenhauer gegen Dirk Hilbig (CPSC, schwarz) eröffnete Maks wenigstens noch den Start in der Trostrunde. (Bei „KO mit doppelter Trostunde“ starten nur Gegner der Halbfinalisten in der Trostrunde.)

Und gemäß Wettkampfsystem musste Maks natürlich gegen ebenjenen Hilbig ran. Der Altmeister (4. Dan‼!) hatte einen starken Griff und konterte Maks nach Belieben aus. Erst auf Waza-Ari, dann auf Yuko und schlussendlich auf Ippon. Damit war das Turnier für Maks beendet.

  • 81 kg, Oskar Feldmann (7 TN)

Oskar lieferte in seinem ersten Männerjahr eine weitere starke Vorstellung ab. Nachdem Oskar aufgrund eines Auslandsaufenthaltes seine Juniorenmeisterschaftsserie verpasst hatte, waren ihm schon erste Siege in der Verbandsliga gelungen und auch die Leistungen bei der LEM waren nicht von schlechten Eltern:

Zwar musste sich Oskar im ersten Kampf dem späteren Drittplatzierten Patrick Hübner (HSG Mittweida, braun) beugen, der mit einer Hüfttechnik siegreich war.

In der Hoffnungsrunde packte er dann aber seine Bärenkräfte aus und hob den Blaugurt Lutz Kreusch (RBS Leipzig) gefühlt in den dritten Stock um ihn mit Ura-Nage wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen, was mit Waza-Ari bewertet wurde. Einen weiteren Waza-Ari konnte Oskar mit Soto-Maki-Komi erringen und damit siegen.

Im Kampf um Platz 3 gegen Christian Schöne (Döbelner SC, schwarz) war Oskar seinem älteren Gegner wieder an Kraft um Meilen voraus, allerdings hatte der Gegner doch ein paar Jahre Erfahrung mehr in der Tasche die er kurz vor Ablauf der Kampfzeit ausspielte und Oskar doch noch auf den Rücken legte. Damit Platz 5 für Oskar, was für seine erste Männer-LEM ein hervorragendes Abschneiden ist! Weiter so! Man darf auf die Zukunft gespannt sein!

  • 100 kg, Martin Weiher (7 TN)

Martin ging ebenfalls in seiner angestammten Klasse an den Start und hatte den ersten Kampf gegen den bis dahin unbekannten Shotiko Sibashvili (CPSC, orange), der Martins Soto-Maki-Komi leider konterte.

In der Hoffnungsrunde ging es gegen den hinreichend bekannten Karl Reiter (PSC Bautzen, schwarz), der seine besseren Hebel geschickt ausspielte und Martin zwei Waza-Ari abluchste und damit siegte.

Damit war der Wettkampf für uns beendet (unsere Platzierten hatten keine Finalkämpfe zu bestreiten, da es im System Jeder-gegen-Jeden keine gibt), aber die Finalkämpfe ließen wir uns natürlich nicht entgehen und nach der Siegerehrung gings noch auf ein „kleines Eis“ (Zitat Martin) ins nahe gelegene McDonalds. Der Weg geht für Maria und Dominic also weiter mit den MDEM und wir drücken die Daumen dass die Reise noch weiter geht!

Zusammenfassung:

Name – Gewichtsklasse – Teilnehmer – Kämpfe/Siege/Niederlagen – Platz

Albrecht, Dominic

60

5

4

2

2

3.
Orzyszek, Adrian

66

8

2

2

Sieger, Maks

73

11

2

2

Feldmann, Oskar

81

7

3

1

2

5.
Weiher, Martin

100

7

3

1

2

Weidner, Maria

63

5

4

2

2

 

 

Danke für die tollen Fotos an André Nossol!

Maks

Nachtrag:

Hier gibts noch einen kurzen Abriss der LEM beim Sachsenjudo und hier gibts die Wettkampf- und Ergebnislisten.

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