Jugendpokal U14 in Senftenberg

6. November 2016 in Wettkampfberichte

Wettkampfberichte

An diesem Wochenende fand der zweite Jugendpokal der U14 in der Niederlausitzhalle Senftenberg statt. Mit dem Vizetitel beim Landesausscheid in Dresden vor zwei Wochen hatten sich unsere U14-Mädels Hannah Lehmann (-44 kg), Anna Hickmann, Leonie Müller, Emma Wenk (alle -50 kg), Hanna Kleint, Clara Meyhöfer (beide -57 kg) und Lea Fischer (+57 kg) für die Finalrunde qualifiziert. Zugegeben, der Jugendpokal ist eine sehr junge Veranstaltung, aber trotzdem sind dies die ersten deutschen Mannschaftsmeisterschaften für die SG Weixdorf! Schon die Qualifikation schrieb daher Geschichte!

Deutscher Jugendpokal U14 – Allgemeines

Was muss man zum Jugendpokal wissen? Das Motto lautet „Fünf Judoka, ein Verein, ein Team!“, es kämpfen also nur Vereinsmannschaften und ein Team besteht aus fünf Gewichtsklassen (männlich -37/-42/-48/-55/+55, weiblich -38/-44/-50/-57/+57). Die drei besten Mannschaften jedes Landesverbandes waren beim nationalen Finale startberechtigt, insgesamt waren 27 Mannschaften bei den Jungen und genauso viele bei den Mädchen am Start. Das hieß genau 100 Mannschaftsbegegnungen in der Vorrunde am Samstag und weitere sieben Halbfinal-, kleines Finale und Finalkämpfe am Sonntag pro Geschlecht! Ein echtes Monsterprogramm auf sechs Matten!

Neben den Judowettkämpfen gibt es ein buntes Rahmenprogramm und die Veranstalter vom KSC Asahi Spremberg hatten sich wirklich etwas einfallen lassen. Dazu später mehr. („Asahi“ heißt übrigens „Morgensonne“ und der Verein war nicht nur der Titelverteidiger bei den Mädchen, sondern hat auch die 2016er Olympiastarterin Mareen Kräh, -52 kg, hervorgebracht.)

 

Auf in die Niederlausitzhalle

Los ging es für die sieben Kämpferinnen und Betreuer Maks und Tina am Freitagnachmittag 16:00 Uhr am Hillig, denn die Anreise war für uns Sachsen wirklich angenehm. Knappe 40 min Fahrzeit nach Senftenberg, ein Kinderspiel. (Lieber Judobund, wir würden uns freuen wenn auch der dritte, vierte, …  Jugendpokal in Senftenberg stattfinden könnten! 😉 ) In der Niederlausitzhalle verabschiedeten wir uns von unseren lieben Eltern, die uns am Sonntag wieder abholen sollten… so der Plan…

Als erstes absolvierten wir die Akkreditierung und informierten sich über Wiegezeiten und Wettkampfablauf. Jeder Kämpfer erhielt für das Wettkampfwochenende seinen persönlichen kleinen Ausweis und nur mit diesem kam man während des Turniers auf die Matte.

Für uns begann das Judo-Wochenende mit einer ersten Trainingseinheit auf den sechs Wettkampfmatten der Niederlausitzhalle geleitet von Nationalmannschaftskämpfer und Europameister Dino Pfeiffer (-100 kg).

Es wurde kurz gelaufen und geturnt, bevor der Kaderathlet dem Nachwuchs Tipps und Tricks zeigte, die gleich in kleinen Kampfspielen angewendet wurden. Die Mädels fanden das Training ziemlich gelungen, nur ein Headset für Dino wäre gut gewesen, denn knapp 200 Teilnehmer bilden einen ziemlich großen Halbkreis. Das Wiegen war akkurat durchgeplant und fand parallel zum Training statt, so dass ständig Truppenteile verschwanden und teilweise auch den Rückweg auf die Tatami nicht mehr fanden. Unser Zeitfenster war von 18:40-18:50 Uhr offen und das Wiegen lief ohne Probleme. Schade war auch dass einige Teams sich weigerten am gemeinsamen Training teilzunehmen und ein eigenes Programm auf der Aufwärmmatte durchzogen. Andererseits gut für uns, so hatten wir mehr von Dino:

Warum ist der Gürtelknoten hinten? ……Ziel des Spiels: Knoten nach vorn ziehen! Verlierer macht 10 Liegestütze!

(Vom) Training geschafft!

 

 

Überraschung!

Nach dem Training erhielten die Kämpferinnen ihre schicken Jugendpokal-Team-Shirts und es folgte noch eine weitere Überraschung: Die Eltern waren wieder da?!? Heimlich, still und leise hatten sich die Familien Fischer, Kleint, Hickmann und Wenk ebenfalls Häuschen im Ferienpark Senftenberg organisiert um uns das ganze Wochenende zu unterstützen und anzufeuern! Superlieb oder?! Und für die Betreuer der Himmel auf Erden. Fahrdienst, Frühstück, alles organisiert, wir konnten uns voll und ganz aufs Team konzentrieren – klasse!

Nach dem Wiedersehen gings also in den Ferienpark Senftenberger See an der Ostseite des gleichnamigen Gewässers, wo uns drei wirklich top ausgestattete, wohnliche Hütten (Hütte #518: Judo-Muttis, #519: Kämpferinnen, #520: Männer) und ein Abendessen am Lagerfeuer (mit dem üblichen Tischspruch, die Mädels haben darauf bestanden!) erwarteten. Danach gings hurtig ins Bett um ausgeruht für den Kampftag zu sein!

Piep, Piep, Piep…

Der Wettkampftag

Der Samstag begann entspannt mit einem kräftigen Frühstück – gewogen waren wir ja schon. Pünktlich um 9:00 Uhr standen wir wieder auf den Matten in der Niederlausitzhalle und absolvierten das Eröffnungstraining, wiederum geleitet von Dino Pfeiffer.

Nun waren wirklich alle Teams auf der Tatami und es gab nicht nur die üblichen weißen und blauen Judogi, u.a. konnte man auch weiße Jacke/rote Hosen, rote Jacken/weiße Hosen (Berlin), gelbe Jacken/schwarze Hosen, weiße Jacken/grüne Hosen und weitere Kombinationen bewundern.

Nachdem Dino alle Kämpfer auf Betriebstemperatur gebracht hatte, wurde der zweite Jugendpokal offiziell vom Senftenberger Bürgermeister mit wirklich kurzen Worten (Danke! 😉 ) eröffnet und daraufhin alle Teams zum Einmarsch gebeten. Jedes einzelne Team wurde aufgerufen und marschierte einmal unter dem Applaus des Publikums die Matte ab und stellten sich auf – ein beeindruckendes Bild wenn knapp 600 junge Kämpfer sich für ein solches Event einfinden! Nach der Nationalhymne folgte ein kurzer Auftritt des Lausitzer Tanzteams Tobias Pfeil und Michaella Gogolin, die je einen wirklich fetzigen Samba, Rumba und Jive zeigten (Ganz ehrlich, normalerweise finde ich solche Tanzeinlagen auf Judomatten etwas daneben, aber diese Einlage hat wirklich Spaß gemacht und alle mussten wenigstens mit dem Fuß wippen!)

Mit ein wenig Verzögerung begannen daraufhin die Wettkämpfe um 10:30 Uhr, unsere erste Begegnung im Pool H war allerdings erst für 11:20 Uhr angesetzt, weshalb wir noch Zeit für ein Gruppenfoto mit DJB-Maskottchen-Äffchen Yoko hatten.

 

Für uns sollte das Turnier folgendermaßen losgehen: Mit der vorletzten Losnummer der 27 Mädchenteams waren wir mit zwei Konkurrenten im Pool H, als erstes waren wir gegen die Kampfgemeinschaft BC Vorpommern / Alba 93 Boizenburg (beide Vereine nähe Hamburg) dran, danach gegen die KG Altenfurt/SV Neuhaus (bei Nürnberg, Altenfurt auch 2. Bundesliga Frauen). Altenfurt wurde übrigens tatkräftig von einem Einhorn unterstützt! Sachen gibt’s… normalerweise haben nur die Schotten Einhörner (Das Wappen von Schottland).

Beide gegnerischen Mannschaften konnten mit einem Superleichtgewicht aufwarten, womit wir quasi „minus 1“ in beide Kämpfe gingen. Dass es nicht leicht werden würde, war uns klar – es waren ja auch die deutschen Meisterschaften! Trotzdem wollten wir alles geben!

 

KG BC Vorpommern / Alba 93 Boizenburg vs. SG Weixdorf

In der ersten Begegnung gingen

-38 kg: –

-44 kg: Hannah Lehmann

-50 kg: Emma Wenk

-57 kg: Hanna Kleint

+57 kg: Lea Fischer

Auf die Matte.

Den ersten Punkt sicherte sich Vorpommern kampflos, danach musste Hannah gegen Fatima Guttierez (orange) ran und musste leider erst Waza-Ari und dann auch Yuko für Kontertechniken abgeben. Im Bodenkampf musste sie sich letztendlich einer Armhebeltechnik geschlagen geben.

Im zweiten Kampf war Emma einer Orange-Grün-Gurtin per Festhaltetechnik unterlegen, ebenso Hanna -57 kg gegen Franziska Mikolasch (orange/grün). Damit war die Begegnung zwar mit 0:4 schon eindeutig entschieden, aber so vollkommen einsacken wollten wir uns doch nicht lassen!

Und Lea konnte diesen Wunsch im Schwergewicht gegen Jule Beim (grün) auch erfüllen und konnte erst mit Yuko für Hüfttechnik in Führung gehen und anschließend nochmals per O-Goshi Waza-Ari erringen und ihre Gegnerin für weitere 15 s halten.

Damit der Endstand von 1:4, aber noch war nichts verloren!

 

SG Weixdorf vs. KG TSV Altenfurt / SV Neuhaus

Der zweite Poolkampf ging nun gegen die „Einhörner“ aus Oberbayern ups, Franken!

Die Aufstellung lautete

-38 kg: –

-44 kg: Hannah Lehmann

-50 kg: Leonie Müller

-57 kg: Clara Meyhöfer

+57 kg: Lea Fischer

Der erste Punkt ging wiederum kampflos ans Gegnerteam.

Hannah machte in der zweiten Begegnung von Anfang an Betrieb gegen Julia Schreg (grün) und konnte Yuko für O-Soto-Gari erringen und auch gleich eine Festhalte ansetzen, aus der sich ihre Gegnerin allerdings befreien konnte. Dennoch erhielt Schreg noch eine Bestrafung für Inaktivität. Allerdings konnte die Gegnerin nach etwa halber Kampfzeit selbst mit Waza-Ari vorbeiziehen und Hannah mit einer Armhebeltechnik schlagen.

Leonie war im dritten Kampf leider Tanja Grünewald (grün) per Tate-Shio-Gatame unterlegen und auch Clara musste dem O-Soto-Gari einer Blaugurtin Respekt zollen.

Damit blieb die Rettung der Ehre wieder an Lea hängen, die der Erwartung aber wieder gerecht wurde und Jennifer Skroblin (blau) ziemlich zerlegte. Erst errang Lea Waza-Ari für O-Soto-Gari und setzte eine Armhebeltechnik an, der ihre Gegnerin aber (noch) wiederstehen konnte. Ein zweiter Waza-Ari für Seoi-Nage brachte den Sieg und damit den Punkt für die SGW.

Wiederum 1:4 und damit waren wir leider ausgeschieden.

 

Ich möchte jetzt keine Ausreden für die Niederlagen suchen, aber bitte bedenkt:

  1. Wir hatten ohne Leichtgewicht einen schweren Stand!
  2. Es waren die deutschen Meisterschaften und alle Teilnehmer mussten sich dafür qualifizieren, entsprechend hoch war das Niveau!
  3. Unsere Gegner hätten kaum schlimmer sein können: Altenfurt konnte sich bis ins Halbfinale durchkämpfen und belegte am Ende Platz 3 und Vorpommern unterlag nur –Ironie des Schicksals!- Altenfurt im kleinen Finale und beendete mit Rang 5! (siehe Wettkampflisten)

 

Aber das war noch nicht alles!

Aber damit war der Tag noch nicht gelaufen! Wie schon eingangs erwähnt hatte der Veranstalter sich ein buntes Rahmenprogramm einfallen lassen.

Es gab verschiedene Verkaufs- und Lotteriestände und auch einen Eisstand, Lea gewann eine Sporttasche, einige Mädels kauften sich schicke Pullies mit den Namen aller Teilnehmerinnen des Jugendpokals auf dem Rücken und auf dem Weg zur Teamolympiade wurden wir auch noch vom DJB-Kamerateam interviewt! Sobald ich das Video finde, werde ich an dieser Stelle informieren wo es zu finden ist!

 

Teamolympiade

Neben den großen Trophäen für die Sieger der Judo-Wettbewerbe gab es auch noch (fast genauso große) Pokale für die Gewinner der Teamolympiade, einem Geschicklichkeitsparkous aus

  • 4er-Skilauf (ein Bild sagt mehr als 1000 Worte)
  • Schlitten ziehen
  • Autoreifen mit Judogürteln transportieren
  • Mattentransport
  • Und Kastenklettern (Kasten vom Mattenteil bedeckt, jeder Teilnehmer auf einer Seite rein und auf der anderen wieder raus)

Unsere Zeit für diesen Parkours lag bei leider wenig grandiosen 4:27 min und Betreuer Maks konnte beim Leitergolf auch nur 1 Sekunde Bonus rausholen…

Der zweite Durchgang „Just for fun“ ging natürlich in 1:25 min über die Bühne und Tina traf wesentlich besser und holte 7 s Zeitgutschrift… wäre nur dieser Durchgang gewertet worden 🙁 Naja. Aber lustig wars!

Stehen ja……gehen nein!

Gleich neben dem Parkours warteten noch eine Kletterwand und eine Fußball-Geschwindigkeitsschießen, heißt irgendwer hatte eine Radarfalle organisiert und man konnte seine „Abschlaggeschwindigkeit“ messen. Arndt erreichte ganze 45 km/h, mehr habe ich an diesem Tag nicht gesehen.

 

Der Rest vom Wochenende in Kurzform

Die Betreuer Tina und Maks verabschiedeten sich dann gegen 16:00 Uhr aus familiären Gründen vom Rest des Teams und traten die Heimreise an, die Kämpferinnen blieben in der Obhut ihrer Eltern noch zur Grillparty in der Halle, verbrachten noch eine Nacht in ihren Hütten (es ging sicherlich lange ;), es wurde ja schon Freitagabend über ein oder mehrere Runden „Werwolf“ (auch bekannt als „Nacht in Palermo“) diskutiert) und wohnten am Sonntag den Finals bei, bevor es auch für sie zurück nach Dresden ging.

 

Fazit

Der zweite deutsche Jugendpokal U14 in Senftenberg war … grandios! Das Kampfergebnis hatten wir uns alle sicher besser erhofft, aber c’est la vie, euer Judo-Leben ist noch lang! Vielleicht klappts beim nächsten Jugendpokal, bei den MDVMM U15 Ende November (wir nehmen alles mit! 😉 ) oder vielleicht eines Tages mal in einem Bundesliga-Team?!? Wer weiß!

Auf jeden Fall war es ein superschönes Wochenende für alle, danke an den Ausrichter für die hervorragende Organisation und das Rahmenprogramm und an die lieben Eltern für die Unterstützung! Wir haben viele Erfahrungen gesammelt, sind nicht mit leeren Händen nach Hause gefahren (Teilnehmerurkunden, Shirts, Pullover, Autogrammkarten, Fotos mit Dino Pfeiffer, Yoko und anderen schönen Momenten) und ich hoffe ihr hattet so viel Spaß wie ich!

Maks

Weitere Pressestimmen:

KSC Asahi Spremberg

DJB – Samstag

DJB – Sonntag

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