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Deutscher Jugendpokal U18 – 2. Platz in der Teamolympiade
1. Dezember 2017 Wettkampfberichte

Am Samstag den 4. November um 16 Uhr traf sich die U18 Jungen-Mannschaft um nach Senftenberg zum Deutschen Jugendpokal zu fahren, für welchen sie sich zwei Wochen vorher mit einem dritten Platz beim Landesausscheid qualifizieren konnten. Die Mannschaft bestand aus Pascal Gaulke, Richard Kleint, Benjamin Kurz, Lukas Petzold und Tilman Riedel. Beni und ich begleiteten sie als Betreuer.

Anreise und Vortag

Wir reisten bereits am Vortag der Wettkämpfe an, weil es am Abend ein gemeinsames Training mit zwei erfolgreichen Nachwuchssportlern geben sollte. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Die Strecke nach Senftenberg war nicht sehr weit und so kamen wir pünktlich an. Da in der Halle noch die Finalkämpfe der U14 liefen, begann das Training mit kleiner Verspätung. Die beiden Nachwuchshoffnungen des Deutschen Judobundes Kilian Ochs (Deutscher Meister 2016 in der U18 Gewichtsklasse -73kg)  und Erik Abramov (Deutscher Meister 2016 in der U18 Gewichtsklasse +90kg) vom UJKC Potsdam leiteten die Einheit und gaben dem Nachwuchs Tipps und Tricks für das eigene Judo. Leider waren sich wohl einige Mannschaften „zu cool“, weshalb nur drei Mannschaften am Training teilnahmen. 18:45 Uhr mussten wir dann unsere Mannschaft noch einmal von der Matte abziehen, da wir zum Wiegen gehen mussten.

Nach dem Wiegen (alle hatten ihr Gewicht – puh!) fuhren Beni und ich los, um uns um unser Abendessen zu kümmern. Bereits kurz nach 19 Uhr erhielten wir den Anruf, dass das Training beendet sei, obwohl es eigentlich bis 20 Uhr gehen sollte. Wir beeilten uns also mit dem Einkauf und sammelten unsere Sportler wieder an der Halle ein, um zu unserer Unterkunft zu fahren.

Dort traf uns unerwarteter Luxus an. Zwei Holzbungalows mit Herd, Spülmaschine, Kaffeemaschine, Kühlschrank, WLAN und Mikrowelle! Während Beni und ich das Abendessen vorbereiteten – es gab Nudeln mit Tomatensoße – konnten die Sportler duschen und noch ein bisschen entspannen. Nach dem Abendessen ging es auch schon bald ins Bett, um am nächsten Morgen fit zu sein.

Der Wettkampftag

6 Uhr klingelte der Wecker. Während wir Betreuer uns um das leibliche Wohl für den kommenden Tag kümmerten, bereiteten sich unsere Kämpfer seelisch und moralisch auf den Wettkampf vor. Die gemeinsame Erwärmung wurde wieder von Ochs und Abramov durchgeführt.  Diesmal beteiligten sich allerdings wesentlich mehr Mannschaften, wenn auch nicht alle. Im Anschluss war der gemeinsame feierliche Einlauf. Sämtliche Mannschaftsnamen wurden genannt und bei Nennung liefen die Mannschaften ein und reihten sich nebeneinander auf. Nach dem Einlauf wurde der Wettkampf eröffnet.

Runde 1: SG Weixdorf – KG Schwerin

Zuerst trafen wir auf das Team Schwerin (Kampfgemeinschaft aus dem 1. Schweriner Judoclub und dem PSV Schwerin). Diese traten mit blauen Jacken und gelben Hosen an – damit konnten wir uns die Zusatzgürtel sparen.

Die unterste Gewichtsklasse war bei beiden Gewichtsklassen unbesetzt.

Damit ging es sofort in der Gewichtsklasse -58 kg los. Dort startete Tilman für uns. Sein Gegner konnte den Stand gut dominieren, zwang Tilman in eine Seitwärtsbewegung und erwischte ihn mit einem Ko-soto-barei auf dem falschen Fuß (oder richtigen – das ist wohl Ansichtssache).

Lukas vertrat uns in der Gewichtsklasse -67 kg. Hier konnte er anfangs einen Nackengriff durchsetzen, mit dem er recht viel Kontrolle hatte, aber nicht so viel, um seinem Gegner ernsthaft gefährlich zu werden. Dieser konnte eine Lukas eingeleitete Aktion übernehmen und einen – zugegebener Maßen sehr schönen – Koshi-Uchi-Mata zu werfen.

Benni  trat in der Gewichtsklasse -77 kg an. Hier konnte er einen linken Griff durchsetzen, während sein Gegner einen rechten Nackengriff anbrachte, woraus sich eine starke seitliche Auslage ergab, aus welcher Bennis Gegner einen Ashi-Uchi-Mata werfen konnte.

Pascal ging in der Gewichtsklasse +77 kg auf die Matte. Der erste Waza-ari fiel gegen Pascal nach einem Ko-soto-gari seines Gegners. Im anschließenden Bodenkampf konnte sich Pascal gut gegen Würge und Festhalteangriffe seines Gegners zur Wehr setzen.
Wieder im Stand konnte Pascal einen schönen Eri-Seoi-nage-Ansatz blicken lassen, der leider etwas überdreht war, sodass es ihm nicht gelang seinen Gegner auf eine Wertung zu werfen.


Bei einem erneuten Seoi-nage-Ansatz, wurde Pascal nach hinten gekontert und fiel erneut auf Waza-ari. Im Boden wurde er in eine Kuzure-Kesa-gatame genommen, aus der er sich leider auch nach zwanzig Sekunden nicht befreien konnte.

Damit ging auch der letzte Punkt an Schwerin. Zum Schluss stand es also 4:0 für das Team Schwerin.

 

Runde 2: SG Weixdorf – Hamburg-Eilbeck

Als zweites trafen wir auf das T.H.- Eilbeck Judo Team Hamburg.

Die unterste Gewichtsklasse war bei uns leider unbesetzt. So ging der Sieg kampflos an die gegnerische Mannschaft.

In der Gewichtsklasse -58 kg kämpfte Richard. Er fiel zuerst auf einen Uki-goshi, wofür es Waza-ari gab. Im Boden schaffte er es leider nicht wieder in den Stand zurückzukehren und wurde dort mit einer Sankaku-Osae-gatame über zwanzig Sekunden gehalten. Damit ging der zweite Punkt an Eilbeck.
Lukas vertrat uns  wiederum in der Gewichtsklasse -67 kg. Sein Gegner konnte schnell einen starken Rückengriff durchsetzen, einen Koshi-guruma auf Waza-ari werfen und Lukas im Boden in eine Festhalte nehmen. Dort musste Lukas aufgrund von Schmerzen vorzeitig abbrechen.

In der Gewichtsklasse -77kg ging Benni für Weixdorf auf die Matte. Hier zeigte sich Benni sehr standhaft und blockte mehrere Uchi-mata-Ansätze seines Gegners. Ein Ko-uchi-gari von Benni wurde gegengedreht wofür es einen Waza-ari gab. Für einen Seoi-nage erhielt sein Gegner einen weiteren Waza-ari. Bennis Gegner schaffte es immer wieder seinen Nackengriff durchzusetzen, mit welchem er Benni letztendlich über seine Hüfte auf Ippon werfen konnte. Damit ging auch der vorletzte Kampf an Eilbeck.
In der Gewichtsklasse +77 kg trat erneut Pascal an. Sein wesentlich größerer Gegner machte enormen Druck mit seinem Nacken- und Gürtelgriff. Pascals versuchte sich mit guten Hüftwurfansätzen, verbrachte aber auch selbst immer mal wieder längere Zeit in der Luft, da sein Gegner versuchte mit Aushebern zu kontern. Ein Tai-Otoshi des Gegners beendete letztendlich den Kampf auf Ippon. So ging auch der letzte Punkt an Eilbeck, wobei das deutliche Ergebnis nicht zwangsläufig als „Totalausfall“ zu werten ist – Das mit dem Hamburger Judoteam ein Hammer-Gegner lauerte, war von Anfang an klar. Nicht von ungefähr hatten die Hamburger Männer direkt am Vortag die Deutsche Judo-Bundesliga als Sieger abgeschlossen und dabei den 15maligen Rekordmeister TSV Abensberg alt aussehen lassen. In Hamburg wird vieles richtig gemacht und dass der Küstennachwuchs am Ende selbst nur Platz 5 belegte, unterstreicht nochmals das hohe Niveau der deutschen Meisterschaften.

Teamolympiade

Somit waren wir als Mannschaft leider ausgeschieden. Doch es war noch nicht alles verloren, denn es gab eine „Olympiade“, bei der als Team alles gegeben werden musste. Der Parkours bestand aus einer Reihe aus Aufgaben: Im ersten Teil musste man gemeinsam auf Langlaufskiern zurücklegen, d.h. es gab für die gesamte Mannschaft nur zwei Ski und alle mussten gleichzeitig drauf. Eine anspruchsvolle Koordinationsaufgabe, denn wenn auch nur eine Person das falsche Bein belastet hatte, gab es kein Vorwärtskommen. Als zweites wurde ein Gewicht mittels eines Taus über eine Linie gezogen. In der vorletzten Aufgabe sollten die Jungs eine Strecke auf umgedrehten Wasserkästen zurücklegen, ohne den Boden zu berühren. Es gab aber nur einen Kasten mehr, als Personen, sodass immer ein Kasten von ganz hinten nach ganz vorne durchgegeben werden musste, um Weg zu gewinnen.

Zum Schluss mussten alle Kästen auf einen bereits angefangenen Turm aufgestapelt werden. Dies alles natürlich möglichst schnell.

In der Zusatzaufgabe konnte ein Trainer (in diesem Fall Beni) auf eine Dartscheibe werfen und die erworfene Punktzahl wurde dem Team an Sekunden gutgeschrieben. Beni erwarf sage und schreibe 21 Punkte! Damit belegte die SG Weixdorf den zweiten Platz bei der Teamolympiade und einen Pokal sowie eine Erwähnung auf Homepage des Dachverbandes gab es auch noch.

 

 

Fazit

Trotz der teilweise herben Niederlagen, war es ein schönes Erlebnis. Es gab sehr tolle Kämpfe und beeindruckende Mannschaftsleistungen zu sehen, wie zum Beispiel die der Potsdamer Jungsmannschaft, die ab der Trostrunde nur noch zu dritt waren – also immer alle Kämpfe gewinnen mussten, wenn die gegnerische Mannschaft vollbesetzt war – und es trotz alledem auf den 5. Platz schaffte. Insgesamt bestand das Feld fast nur aus Leistungssport- und Kadermannschaften, aber wir waren als einer der wenigen Vereine in der Lage ohne Gaststarter und Kampfgemeinschaften auszukommen. Und auch der Mannschaftsgeist bestand bei uns aus einem solidarischen Miteinander. Gerade in Zeiten der Niederlage, ist es entscheidend, ob eine Mannschaft Trost und Unterstützung oder gegenseitige Vorwürfe bedeutet. Sollten wir nächstes Jahr wieder die Gelegenheit für eine Teilnahme bekommen, sind wir – natürlich – auch wieder mit dabei!

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