Deutsche Einzelmeisterschaften 2017 in Duisburg

26. Januar 2017 in Wettkampfberichte

Wettkampfberichte

Wie Maks schon geschrieben hat, fand an diesem Wochenende die DEM in Duisburg statt. Der vollständige Titel lautet „Deutsche Einzelmeisterschaften
der Frauen und Männer 2017“ und so trafen sich auch die Besten der Besten um an zwei Tagen um den Titel „Deutscher Meister“ zu kämpfen.

Auch aus unserem Verein reiste eine 12-köpfige Delegation an:
– als Kämpferin in der Gewichtsklasse -63kg: Maria Weidner
– als Betreuer: Torsten
– als Aufwärm-Uke: Beni
– als seelischer und moralischer Beistand: Martin
– als Fahrer: Beni und Torsten
– als Social-Media-Officers: Beni und Martin
– als Fotograf: Martin
– als Fans: Martin, Beni und Torsten

Für Maria ging es am Samstag „nur“ darum die Akkreditierung von den Landesvertreten abzuholen und damit um 19 Uhr zum offiziellen Wiegen anzutreten. Die Kämpfe für Maria waren für Sonntag angesetzt. Wir starteten 7 Uhr, hatten beste Strecken- und Wetterbedingungen und waren bereits kurz nach 12 Uhr an der Halle. Wir machten uns auf die Suche nach dem Landestrainer und hielten wenig später die Kämpfer- und Betreuerakkreditierungen in unseren Händen.

So blieb uns viel Zeit uns schon mal mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen und natürlich den Kämpfen in den Gewichtsklassen -60kg, -66kg, -100kg, +100kg bei den Männern und -48kg, -52kg, -78kg, +78kg bei den Frauen zuzuschauen. Die Vorrunden- und Trostrundenkämpfe waren in vollem Gang und die Halle war mit Zuschauern gut gefüllt. Gegen 15:50 Uhr fand dann auch die offizielle Eröffnung statt. Ohne Nationalhymne, dafür natürlich mit offiziellen Worten des Bürgermeisters der Stadt Duisburg, der Begrüßung durch den Präsidenten des Deutschen Judobundes Peter Freese und der Vizepräsidentin Michaela Engelmeier und einer handvoll Auszeichnungen für die Trainer des Jahres 2016 und langjährige Verdienstete.
Ziemlich genau 16 Uhr ging es dann in die Kämpfe um die Platzierungen. In jeder Gewichtsklasse wurden zuerst die Kämpfe um Platz 3 parallel auf den beiden Matten 1 und 2 ausgetragen. Direkt im Anschluss gab es das Finale auf Matte 2 zu sehen. Wir hatten einen Platz auf der Haupttribüne gefunden und konnten somit fast alle Kämpfe live und mit bester Sicht genießen. Nur fast alle, denn für Maria ging es ja noch zum offiziellen Wiegen und das war nicht etwa in der Wettkampfhalle, sondern in der 12km entfernten Sportschule Wedau. So verließen wir die Halle etwas eher um noch zum Vorwiegen rechtzeitig vor Ort zu sein. Maria hatte ihr Gewicht problemlos und während wir warteten, schauten wir uns noch den letzten Finalkampf auf dem Handy im Livestream an und Beni und Martin kümmerten sich um die Verpflegung für Sonntag. Das offizielle Wiegen mit Anzugskontrolle war dann, weil wir ja gut vorbereitet waren, ziemlich unspektakulär und auch recht bald erledigt.
Nun konnten wir den Rest des Abends entspannt angehen. Wir fuhren in die Jugendherberge und richteten uns ein, bevor wir noch lecker Salat, Pizza und Burger essen gingen. Zum Schluss gab es noch ein paar nette Nachtaufnahmen vom „Landschaftspark Duisburg Nord“, der allerdings weniger mit Landschaft als mit Industrie gemein hatte. Trotzdem nett in Szene gesetzt!

Am Sonntag war Kampftag und die Anspannung war spürbar. Man weiß genau, dass es sehr schwer werden wird. Aber natürlich erhofft man sich auch einen guten und vielleicht auch erfolgreichen Tag. Wir starteten den Tag mit einem kleinen Frühstück, bei dem wir auch die Leipziger Delegation trafen, die zufällig das gleiche Quartier ausgewählt hatten. Pünktlich kamen wir an der Halle an und fanden einen Parkplatz vor und einen guten Platz in der Halle. Die Spannung stieg weiter und wir versuchten sie mit Routine erträglich zu machen. Maria nutzte die Zeit um sich mit Beni warm zu machen und Torsten organisierte die Listen der heutigen Gewichtsklassen. Natürlich auch um zu sehen auf welche Gegnerin Maria treffen wird.

DEM 2017 – 2. Tag – Die Halle

Pünktlich 9 Uhr begannen dann die Wettkämpfe. Wieder ohne Nationalhymne, Begrüßung oder ähnlichem. Das war schon ein bisschen enttäuschend! Die Wettkämpfe fanden dafür, zumindest am Anfang, gut sortiert nach Gewichtsklassen auf den Matten 1 (-70kg wbl, -73kg ml), 2 (-63kg wbl, -81kg ml) und 3 (-57kg wbl, -90kg ml) statt. Das man gerade die beiden am stärksten besetzten Gewichtsklassen auf die Matte 2 gelegt hatte, erwies sich später noch als unglücklich und führte zu wilden Verschiebungen der Gewichtsklassen auf andere Matten.

Nun wurde es also langsam ernst für Maria und ihre Gegnerin war auch keine Unerfahrene. Hannah Schneider vom JC Hennef (schwarz) war bereits zweifache Deutsche Meisterin und Gewinnerin des European Cup U18 im letzten Jahr. Das machte die Aufgabe ein wenig „einfacher“, denn es gab eigentlich nichts zu verlieren! Maria startete gut in den Kampf und konnte durchaus mit ihrer Gegnerin mithalten. Diese machte es Maria aber schwer ihren Griff durchzusetzen und einen eigenen Angriff zu starten. Leider geriet Maria nach einem abgewehrten Wurfansatz in eine Festhalte aus der sie sich nicht befreien konnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotz der Auftaktniederlage galt es nun zu hoffen, das ihre Gegnerin es bis ins Halbfinale schafft, damit Maria in der Trostrunde noch weiter kämpfen kann. Für uns begann also eine endlos lange Zeit bis zum nächsten Kampf ihrer Gegnerin gegen Sarah Grünwald vom TSV Altenfurt. Als diese endlich wieder dran war, waren unsere Nerven zum zerreißen gespannt. Und das sollte sich noch steigern, denn obwohl Hannah Schneider wieder energisch begann, klare Akzente setzen konnte und auch in Führung ging, fand ihre Gegnerin Sarah Grünwald immer besser in den Kampf, konnte ihre linke Faßart erfolgreich durchsetzen und schließlich ausgleichen. Nach Ende der regulären Kampfzeit von 4 Minuten stand es also unentschieden und es ging ins Golden Score. Wir fieberten mit jedem Angriff mit, aber unsere Hoffnung zerplatzte schließlich nach 5:59 min Kampfzeit, als sich Sarah Grünwald mit Wertung durchsetze. Schade! Damit schied Maria mit nur einem Kampf aus dem Turnier aus und es kam ein wenig Enttäuschung auf.

Am Ende war es aber nicht nur das „Minimalziel“: Teilnehmen und nicht sofort überrannt zu werden. Das erreichte ist viel mehr gewesen, als das Ergebnis auf dem Papier. Maria hat sich immerhin durch zwei Qualifikationsturniere gekämpft und für diese höchste deutsche Meisterschaft qualifiziert und auch einen guten Kampf abgeliefert! Hinzu kommt das Erlebnis „Deutsche Meisterschaften“, was ihr auch niemand mehr nehmen kann.

Wir blieben natürlich noch bis zum Ende und verfolgten weiterhin die spannenden und technisch hochklassigen Kämpfe bis zu den Finals.

Nennenswerte Highlights waren natürlich die Anwesenheit von bekannten Judoka und Olympiateilnehmern wie Laura Vargas-Koch, Ole Bischof, Andreas Tölzer und Martyna Trajdos (die auch in Marias Gewichtsklasse startete und gewann!) um nur einige zu nennen. Und es gab viele erfolgreiche Geschwister auf den Matten. Da waren z.B. am ersten Tag die Brüder Frey (-100kg, 2. und 3. Platz) und am zweiten Tag die Brüder Conrad vom JC Leipzig (-90kg, beide 3. Platz). Etwas ganz besonderes war auch, als in der Gewichtsklasse -57kg die Schwestern Stoll vom TSV Großhadern beim Einzug ins Finale den beiden Schwestern Coban vom BC Karlsruhe gegenüberstanden und am Ende Theresa Stoll und Amelie Stoll ins Final einzogen. Und auch in der Gewichtsklasse -63kg standen Lara Reimann und Lea Alina Reimann (PSV Duisburg) beide erst im Einzug ins Finale und erkämpften sich anschließend jeweils den 3. Platz.

Bemerkenswert auch der Zuruf vom Mattenrand beim Finale Martyna Trajdos gegen Nadja Bazynski, als Martyna Trajdos gerade mit Waza-Ari in Rückstand geraten war: „Martyna … you play too much!“ 😉

Nachtrag / Impressionen:

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