Challenge-Cup Kamenz 2017 – Tag 1: U9 + U15

19. November 2017 in Wettkampfberichte

Wettkampfberichte

Am gestrigen Samstag morgen trafen sich 12 junge Judoka der SG Weixdorf um am alljährlichen Challenge-Cup des PSV Kamenz teilzunehmen. Mit dabei waren Fabian Bräkow, Ludwig, Ebert, Lukas Eisele, Rebecca, Engel, Matthieu Mey, Niclas Opitz, Johanna Knabe, Sarah-Fina Kurz, Leonie Müller, Emma Lotta Pietzsch, Alisa Riedel, Emma-Sophie Wenk, sowie Oskar Feldmann als Kampfrichter, Maks als Betreuer und einer Menge Eltern die ihre Kinder beim teilweise ersten Wettkampf ihrer Karriere anfeuern wollten.

Nach kurzer Fahrt trafen wir in der geräumigen Turnhalle des Schweizer-Gymnasiums ein, die mit 5 Kampfmatten optimal für die knapp 220 Teilnehmer präpariert war. Auch waren bei der hohen Mattenzahl ausreichend Kampfrichter anwesend um faire Kämpfe sicher zu stellen. Und auch sonst lief die Organisation von Listenführung bis zur Siegerehrung reibungslos. Großes Lob an den Veranstalter!

Nach dem Wiegen und Erwärmen begannen die Kämpfe in den Altersklasse U9 (Jahrgänge 2009-2011, „Unter 9 Jahre“) und U15 (Jg. 2003-2005) parallel.

 

Wir beginnen mit der U9:

Fünf aus unseren Reihen waren in dieser Altersklasse am Start. Dabei war es für die vier Mädchen die erst am Donnerstag ihre Gürtelprüfung zum weiß-gelben Gürtel abgelegt hatten, das erste „echte“ Turnier. Ein wenig Erfahrung wie es beim Wettkampf abläuft hatten sie vom Weixdorfer Urwald-Cup.

Die Einteilung erfolgte bei den Mädchen in gewichtsnahen Gruppen, da es in der U9 noch keine vorgeschriebenen Gewichtsklassen gibt.

 

Alisa ging in der -24 kg (4 Teilnehmer) auf die Matte. Die vier Kämpferinnen bildeten einen Pool in dem jede einmal gegen jede antreten musste. Als erstes traf Alisa auf Niki Vankova (Judo Teplice, weiß/gelb), die sie mit einer Wurftechnik erst auf Waza-Ari (kleine Wertung) werfen und mit anschließender Festhalte auf Ippon (ganzer Punkt = K.O.-Sieg) bezwang. Im zweiten Duell ging es gegen Merke Beutler (PSV Kamenz, weiß/gelb). Ihre Gegnerin erhielt zwei Verwarnung wegen unerlaubtem Griff um den Nacken bevor Alisa mit einer Wurftechnik Waza-Ari errang und im Bodenkampf mit zwei Haltegriffen zwei weiteren kleine Wertungen sammelte. Nach Ablauf der Kampfzeit lag Alisa also deutlich vorn und bekam den Sieg zugesprochen. Im letzten Duell wartete mit Sophie Jäger (BV Lauchhammer, gelb) eine echte Herausforderung. Die bisher ungeschlagene Brandenburgerin wollte ebenfalls unbedingt siegen und schien schon mit deutlich mehr Wettkampferfahrung ausgestattet. Alisa musste Waza-Aris für O-Goshi und Haltegriffe abgeben und unterlag letztendlich. Mit zwei Siegen stand sie am Ende auf dem zweiten Platz! Gut gemacht!

 

Johanna startete in der -28 kg (3 TN). Es wurde ebenfalls „Jeder-gegen-Jeden“ gekämpft und als erstes traf Johanna auf Francis Schwarz (JSV Rammenau, weiß/gelb). Ihre Gegnerin konnte mit O-Soto-Otoshi einen Waza-Ari erringen und direkt einen Mune-Gatame-Haltegriff ansetzen, der ihr einen weiteren Waza-Ari brachte. Johanna konnte sich aber vor Ablauf der 20 Sekunden Haltegriffdauer befreien. Im weiteren Kampfverlauf konnte Schwarz mit einer ähnlichen Aktion Ippon den Kampf für sich beenden. Im zweiten Duell traf Johanna auf Luise Meyer (SV Fair Sport Dresden, weiß/gelb), der sie sich auf O-Soto-Otoshi beugen musste. Damit belegte Johanna den dritten Platz! Glückwunsch!

 

Emma P. und Sarah-Fina teilten sich die Klasse -33 kg. Die sechs Teilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen mit je drei Starterinnen aufgeteilt. Emma startete gegen Hanna Ukley (JSV Rammenau, weiß/gelb) und lief lange Zeit einem Waza-Ari-Vorsprung ihrer Gegnerin per O-Soto-Otoshi hinterher. Aber Judo ist immer spannend bis zum Schluss und 5 Sekunden vor Ablauf der 2minütigen Kampfzeit schaffte Emma den Ausgleich und es kam zum Kampfrichterentscheid, der zu ihren Gunten ausging. Im zweiten Duell ging es gegen Justine Roche (CPSC Budo, gelb), die von Emma geradezu überrannt wurde. Damit war Emma Pool-Erste und zog ins Halbfinale ein.

Sarah siegte als erstes gegen Gabriella Müller (CPSC Budo, weiß-gelb) mit drei Waza-Aris für Harai-Goshi (Woher sie den kann?? Diese Technik ist erst im orangenen Gürtel!). Im zweiten Pool-Kampf war sie Paula Risch (Judo Holzhausen, gelb) auf einen O-Soto-Konter unterlegen. Damit belegte Sarah in ihrem Pool den zweiten Platz und zog ebenfalls in Halbfinale ein.

Leider treffen in den Halbfinals die jeweils Pool-Ersten auf die Pool-Zweiten des anderen Pools… das Halbfinale lautete also Emma gegen Sarah, wobei Emma das bessere Ende auf ihrer Seite hatte. Damit belegte Sarah den dritten Platz.

Für Emma folgte das Finale, in welchem sie sich mit einer leichten Schulterverletzung geschlagen geben musste. Dennoch für Emma der zweite Platz. Für beide ein hervorragendes Ergebnis beim ersten Wettkampf.

 

Unser männlicher U9er war Matthieu der in der Klasse -27 kg an den Start ging. Zwar konnte Matthieu mit deutlich mehr Erfahrung als die Mädels aufwarten, dafür waren in seiner Klasse 19 Teilnehmer (‼) auf der Liste, was natürlich ein deutlich schwereres Los bedeutete. In Runde 1 seiner Klasse hatte Matthieu zumindestens Glück und erwischte ein Freilos, d.h. eine der Lücken die entstehen wenn man die 19 Teilnehmer auf die 32 Startplätze des K.O.-Baums verteilt. In Runde 2 traf Matthieu auf Emilio Prescher (KSV Pulsnitz, weiß/gelb) und schon dieser Kampf war nicht von schlechten Eltern. Matthieu setzte seinen Gegner mit Uchi-Mata (Wurf des orange-grünen Gürtels!) unter Druck unter erzielte einen Waza-Ari für O-Soto-Konter. Diesen Vorsprung konnte er über die ganze Kampfzeit halten. Im Viertelfinale traf Matthieu auf Adam Nguyen (Judo Teplice, weiß/gelb) und versuchte sich hier mit rechtem Seoi-Nage und linkem Sode-Tsuri-Komi-Goshi. Zwar konnte er mit diesen Techniken (noch) keine Wertung erzielen, der schon allein die Kenntnis und der Versuch dieser Techniken ist bemerkenswert. Unbedingt dranbleiben – diese Kombination ist gold wert! Im Bodenkampf zeigte sich Matthieu äußerst gelenkig und entging so gefährlichen Haltegriffen. Am Ende der Kampfzeit war Matthieu Sieger. Im Halbfinale endete der Lauf leider und Matthieu musste sich dem späteren Erstplatzierten Elron Brettschneider (BV Fetschau, gelb) per Haltegriff geschlagen geben. Damit rutschte Matthieu ins „kleine Finale“ um den dritten Platz gegen Lokalmatador Sangariev (PSV Kamenz, weiß/gelb) dem er drei Waza-Ari-Wertungen durch O-Soto- (O = große Bewegung, Soto = von außen) und Ko-Soto- (Ko = kleine Bewegung) Fußtechniken abluchsen konnte und sich damit hochverdient den dritten Platz erkämpfte.

 

Altersklasse U15:

Die jungen Frauen der U15 Emma W., Leonie und Rebecca verteilten sich wie immer „optimal“ auf dieselbe Gewichsklasse -52 kg (11 TN) – vereinsinterne Duelle quasi vorprogrammiert.

Rebecca ging nach längerer Pause wieder auf die Tatami und musste erstmal wieder ein wenig Lehrgeld zahlen. Gegen die große Grüngurtin Johanna Holler (Judo Holzhausen) musste sich sich per Hüftwurf und anschließender Kesa-Gatame geschlagen geben. In der Hoffnungsrunde traf sie auf Leonie und schied nach einer weiteren Niederlage aus. Aber Kopf hoch: Es wäre ein starkes Stück gewesen nach so langer Pause bei einem so starken Turnier direkt auf dem Treppchen zu stehen. Dranbleiben und durchbeißen ist die Devise!

Leonie hatte leider kein Freilos und deswegen heute ganze fünf Kämpfe zu bestreiten. In der Vorrunde traf sie auf Mirielle Adner (CPSC Budo, grün) und war (selbst ganz überrascht) mit Uchi-Mata (Innenschenkelwurf) und anschließendem Hebel siegreich! (Kleine Anmerkung: Wir lassen euch diese Technik ja nicht üben um euch zu ärgern weil sie so schwer ist. Uchi-Mata ist DER erfolgreichste Wurf überhaupt, dafür gibt es genügend Statistiken. Weiter üben und siegen! 😉 ) Im zweiten Kampf traf sie auf ihre Dauergegnerin Theresa Börner (JSV Rammenau, orange) und versuchte sich hier ebenfalls mit Uchi-Mata, war am Ende aber unterlegen. Somit blieb wenigstens das Halbfinale „Emma vs. Leonie“ aus. Dafür traf Leonie in der Hoffnungsrunde zuerst auf Rebecca, die sie mit Ippon besiegte. Im vorletzten Duell traf Leonie auf Franziska Faust (KSV Pulsnitz, orange/grün) gegen die sie sich nach hartem Kampf ohne Wertungen durch eine Strafe ihre Gegnerin für passives Judo durchsetzte. Damit stand Leonie im ersten „kleinen Finale“ gegen Holler (Holzhausen, grün), der sie sich per Armhebeltechnik geschlagen geben musste.

Emma startete international gegen Anezka Liptakova (Judo Most, CZ, weiß/gelb) und siegte per Tai-Otoshi. Im Halbfinale traf sie auf Börner (Rammenau, orange) und konnte hier die vorher besprochene Taktik-Linie gut umsetzen. Zwar konnte Emma Akzente setzen und gefährliche Aktionen starten, am Ende blieben die Wertungen auf beiden Seiten aber aus und Börner bekam im Kampfrichterentscheid den Sieg zugesprochen. Damit landete Emma im zweiten „kleinen Finale“ gegen Annalena Wagner (PSV Freital), die Emma mit einer Sankaku-Technik zur Aufgabe zwang.

Damit blieb für Leonie und Emma am Ende nur der undankbare 5. Platz, der aber nicht die Kampfleistung der beiden wiederspiegelt. Die war hervorragend!

 

Superleichtgewicht Lukas startete in der -37 kg-Klasse (8 Teilnehmer) und hatte wieder das Pech für sich gepachtet 🙁 Nachdem er lange auf sein erstes Duell warten musste, traf er auf den späteren Erstplatzierten Luca Kruscha (BV Lauchhammer, grün) und verletzte sich direkt in der ersten Kampfhandlung so schwer dass er nicht weiterkämpfen konnte. Lukas wurde –da Kopfverletzung- vorsorglich ins Kamenzer Krankenhaus zur Untersuchung gebracht, wo keine schwere Verletzung festgestellt wurde, aber trotzdem zur Beobachtung über Nacht dabehalten. Gute Besserung!

 

Niklas startete -46 kg, einer Klasse die den Titel „Klasse statt Masse“ verdient hatte. Zwar hatte Niklas nur zwei Gegner, aber die hatten es in sich! Als erstes ging es gegen den Dauerrivalen Sten Reichel (TSV Reichenberg/Boxdorf, grün) und es entwickelte sich ein wertungsloser und trotzdem hochspannender Kampf. Beide Kämpfer waren ständig aktiv, suchten beide mit Morote-Seoi-Nage den Sieg und kamen doch nicht damit durch. Der Kampf ging in die Verlängerung wurde erst nach effektiven 4:35 min durch einen Waza-Ari für Reichel entschieden. Zum Vergleich: Die Kampfzeit für Männer und Frauen beträgt effektiv 4:00 min. Im zweiten Duell traf Niclas auf Felix Siegemund (PSV Kamenz) und der Kampf war ebenso packend. Niclas zog sich eine blutende Lippe zu, wurde sehr provisorisch verarztet und kämpfe tapfer mit einem unter die Oberlippe geklemmten Packen Taschentücher weiter und blieb auch nach einer ungültigen Hebelattacke seines Gegner (nach dem Trennkommando des Kampfrichters) gelassen. Am Ende musste er sich auch in diesem Duell hauchdünn mit einer Strafe mehr auf dem Scoreboard geschlagen geben. Der dritte Platz spiegelt auch hier nicht die Kampfleistung wieder – gut gekämpft!

 

Blieben noch Fabian und Ludwig, die beide -55 kg (10 TN) antraten und sich beide über ein Freilos freuen durften. Fabian traf im Auftaktkampf auf Tröger (Lok Zwickau, gelb/orange), bei dem einmal mehr galt „Gürtel sagen nicht immer alles über einen Kämpfer“. Obwohl Fabians Hiza-Guruma-Ansätze durchaus zwingend waren, fiel Tröger maximal auf den Bauch und begann Fabis Versuche nach einer Weile zu kontern wofür er Waza-Ari erhielt. Am Ende hatte Tröger mehr Wertungen auf der Tafel und Fabi musste den Weg durch die Hoffnungsrunde antreten. Mit Lukas‘ Verletzung und parallelen Kämpfen auf 5 Matten, habe ich die beiden Siege in der Hoffnungsrunde leider verpasst. Man hat mir aber erzählt dass sie deutlich waren. Das kleine Finale habe ich dann wieder gesehen. Im Kampf um Platz 3 traf Fabi auf Quentin Paul (JV Ippon Rodewisch, orange/grün) und konnte hier mit starkem Griff und Fußwürfen mehrere Wertungen sammeln. Auch im Bodenkampf setzte Fabi dem Gegner mit starken Haltegriffen und Hebelansätzen zu, was diesen sichtlich Kraft kostete. Nachdem Fabi ihn quasi „weichgekocht“ hatte, setzte er den Tipp von außen mit Bravur um, stellte seinen Gegner an den Mattenrand, wartete auf den Gegendruck und ließ in gekonnt mit Hiza-Guruma auf den Rücken segeln. Neben dem dritten Platz hat mich besonders diese tolle Technik gefreut.

Ludwig zeigte sich im Auftaktkampf gegen Emil Gödan (PSC Bautzen, orange) gut eingestellt, versuchte sich an Uchi-Mata, konterte die Ansätze des Bautzners und war im Bodenkampf mit Juji-Gatame (gestreckter Armhebel) gefährlich bevor er den Sack mit Ude-Garami (Armschlüssel) zu machte. Ein wirklich technisch wie taktisch hervorragend geführter Kampf der mich beeindruckt hat! Das Halbfinale musste Ludwig abgeben und landete (zum Glück!) im anderen „kleinen Finale“ gegen Niklas Neubert (SV Falkenbach), der bereits nach 5 Sekunden eine Strafe für unerlaubtes Verlassen der Kampffläche kassierte. Zwar war die restliche Kampfzeit ohne Wertung, aber die Strafe des Gegners sicherte Ludwig am Ende des Sieg und einen verdienten dritten Platz.

Fabi und Ludwig wollten es dann nochmal wissen und kämpfen einen Freundschaftskampf gegeneinander, das per Uchi-Mata-Konter an Ludwig ging.

 

Nach Abschluss der Kämpfe schritten wir zügig zur Siegerehrung bei der Urkunden und schicke Judo-Medaillen verteilt wurden.

 

Nochmal herzlichen Glückwunsch an alle Platzierten und ein großes Lob an alle KämpferInnen des heutigen Tages für eure einzelnen Kampfleistungen. „Challenge“ heißt Herausforderung und ihr habt beim Challenge-Cup große Herausforderungen angenommen und vielfach auch gemeistert:

Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst!
Jigoro Kano (Begründer des Judo)

 

Maks

 

Zusammenfassung:

 Name / Altersklasse / Gewichtsklasse / Teilnehmer / Kämpfe – Siege – Niederlagen / Platz

Bräkow, Fabian

U15

55

10

4(+1)

3

1(+1)

3.

Ebert, Ludwig

U15

55

10

4(+1)

3(+1)

1

3.

Eisele, Lukas

U15

37

8

1

1

Engel, Rebecca

U15

52

11

2

2

Knabe, Johanna

U9

28

3

2

2

3.

Kurz, Sara

U9

33

6

3

1

2

3.

Mey, Matthieu

U9

27

19

4

3

1

3.

Müller, Leonie

U15

52

11

5

3

2

5.

Opitz, Niclas

U15

46

3

2

2

3.

Pietzsch, Emma

U9

33

6

4

3

1

2.

Riedel, Alisa

U9

24

4

3

2

1

2.

Wenk, Emma

U15

52

11

3

1

2

5.

 (Freundschaftskämpfe)

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