19. Günther-Wiedemann-Turnier in Chemnitz

13. Juni 2015 in Wettkampfberichte

Wettkampfberichte

Beim heutigen Pokalturnier zu Ehren Günther Wiedemanns, ausgerichtet durch den Chemnitzer Polizeisportverein, traten 11 Weixdorfer KämpferInnen in den Altersklassen U15, U18 und Mä/Fr an. Dies waren Fabian Bräkow, Ludwig Ebert, Moritz Riedel, Celina Lamm, Hanna und Richard Kleint, Fred Szabo, Maks Sieger, Mario Conzendorf, Maria Weidner und Tasmin Hirschfeld, sowie Martin Weiher als Kampfrichter.

Das Starterfeld betrug „nur“ 140 Teilnehmer aus 20 Vereinen, allerdings hatte es die Klasse des größtenteils westsächsischen Starterfeldes in sich, dazu kam eine Delegation aus Rhone/Frankreich, die dem Turnier den internationalen Touch gab.

Nachdem der Sohn Günther Wiedemann in einer kleinen Eröffnungsrede über den Judo-Enthusiasmus seines Vaters erzählt hatte – Günther Wiedemann hat Zeit seines Lebens zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten („auf der Straße, im Theater, im Urlaub“) versucht junge Leute für den Judosport zu begeistern und war mit dabei höchst erfolgreich – begannen die Kämpfe auf allen drei Matten in allen Altersklassen.

 

 

In der U15 -37 kg (2 Teilnehmer) hatte Fabian leider nur einen Gegner. Matti Wolfgang vom gastgebenden CPSV hatte ebenfalls den orangenen Gürtel, machte er von Anfang an Betrieb. Fabi geriet schnell mit einer Passivitätsstrafe in Rückstand und musste einen Yuko gegen sich einstecken. Sein eigener Seoi-Nage war zu lasch angesetzt und wurde auf Waza-Ari gekontert und mit einem zweiten Waza-Ari für ebenfalls Seoi-Nage beendete Wolfgang den Kampf zu seinen Gunsten. Trotzdem ließ Fabi eine große Portion Kampfgeist und auch gute Technik durchblicken, wennauch das gute Ende beim Gegner lag. Also Kopf hoch! Ein Freundschaftskampf gegen den einzigen Kämpfer der -40 kg-Klasse fiel wohl leider am Ende des Turnieres hinten runter und fand einfach nicht statt. Schade. Damit der zweite Platz für Fabi!

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Ludwig konnte sich -43 kg (3 TN) mit zwei Gegnern messen. Beide waren vom Gastgeberverein CPSV und ihm technisch voraus (grüner Gürtel). Im ersten Kampf gegen Nick Vogel konnte Ludwig einen Wurf seines Gegners fast kontern, aber leider nur fast. Sein Gegner behielt knapp die Oberhand, erhielt für seine Technik Yuko und nahm Ludwig in eine Kata-Gatame, die er volle 20 Sekunden halten konnte. Der zweite Kampf gegen Bernhard Berg ging leider sehr schnell durch die Ludwig noch unbekannte Hüfttechnik Sode-Tsuri-Komi-Goshi verloren. Damit der dritte Platz für Ludwig und auch hier nicht traurig sein, sondern weitermachen!

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Richard trat mit ordentlich Untergewicht (46,5 kg – hier folgt demnächst ein Plädoyer über die Vorzüge einer ungesunden Ernährung basierend auf Pommes und Eis!) in der Gewichtsklasse -50 kg an, die mit sieben Teilnehmern eine der stärksten Klassen war. Und Richard zog das Freilos und rutschte direkt ins Halbfinale gegen Lukas Grünker (CPSV – was sonst? – orange), welches er leider nach einer schmerzhaften Wurftechnik auf die Schulter abgab.

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Der Sanitäter bescheinigte Richard dass prinzipiell nichts ernsthaft verletzt sei und Richard ging ins kleine Finale um Platz 3 gegen einen Grüngurt aus Gornau.

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Hier machte sich der Schulterschmerz doch bemerkbar und Richard kämpfte sichtlich gehemmt, was ihm einen Shido einbrachte. Die Strafe brachte Richard aus dem Konzept und die Kopflosigkeit nutze der Grüngurt aus und schleuderte Richard mit einem Ura-Nage auf den Rücken.

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Damit belegte Richard den fünften Platz. Auch an dich ein kleiner Tipp: Nehmen wir es einfach als Lehrstunde wie man mit Strafen umzugehen hat und besser bei einem „unwichtigen“ Turnier als bei einer Landesmeisterschaft.

 

 

In der weiblichen U15 war Celina -33 kg leider kampflos und belegte so direkt den ersten Platz! In zwei Freundschaftskämpfen gegen Lucia Marschner und Lina Peters (beide -36 kg, SV Motor Mickten, orange bzw. orange/grün) ging Celina frech-fröhlich mit viel Kampfgeist ans Werk, war aber leider jeweils mit einer Festhalte unterlegen. Probier dich beim nächsten Wettkampf doch auch an deinen gelernten Fußwürfen!

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Hanna hatte -48 kg (3 Teilnehmerinnen) gegen zwei Blaugurte aus Chemnitz einen verdammt schweren Stand. Lotti Kozma (CPSV) war durch Tate-Shio-Gatame erfolgreich und Milen Adner (CPSC) ging mit einem Waza-Ari für eine Wurftechnik in Führung und wollte ebenfalls eine Festhalte versuchen, was Hanna durch eine Beinklammer zu verhindern wusste. Beim zweiten Wurf ihrer Gegnerin fiel Hanna arg aufs Gesicht und war danach entsprechend wütend und leider auch etwas zu stürmisch und wurde mit O-Soto-Gari geworfen. Damit der dritte Platz für Hanna.

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Moritz war unsere einzige Vertretung in der U18 und kämpfte dort -66 kg (7 Teilnehmer). Moritz hatte kein Freilos und traf im ersten Kampf auf Ullrich (Oelsnitz, orange), einen durchaus ebenbürtigen Gegner.

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Moritz versuchte Gelerntes aus dem Training umzusetzen und Sode-Tsuri-Komi-Goshi zu werfen, war aber noch nicht erfolgreich und fiel selbst auf O-Uchi-Gari. In der Trostrunde traf er auf Alexander Goral (Limbach, blau), den späteren Drittplatzierten, und musste hier eine Niederlage durch Hüftwurf und anschließende Festhalte hinnehmen. Macht nix Moritz! Der Versuch mit Sode-Tsuri-Komi-Goshi war gut! Im Training weiter dran feilen und beim nächsten Wettkampf nochmal probieren.

 

 

Maria hatte bei den Frauen -63 kg (5 Teilnehmerinnen) eine volle Klasse erwischt und durfte sich über vier Kämpfe freuen. Maria startete mit einem deutlichen Auftaktsieg per Kontertechnik und anschließender Mune-Gatame gegen Katja Schalert (Schkeuditz, braun).

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Im zweiten Kampf gegen Theresa Schneider (PSC Bautzen, braun) war sie im Bodenkampf die Unterlegene und konnte sich nach der erfolgreichen Abwehr einer Sankaku-Technik der Kesa-Gatame ihrer Gegnerin leider nicht erwehren. Das Duell gegen Anika Kracht (RBS Leipzig, schwarz) artete zu einer taktischen Schlacht aus: Nachdem Maria ihre Gegnerin mit drei Strafen für verschiedene Regelverstöße belegt hatte, musste sie selbst einen Waza-Ari-Rückstand durch einen tiefen Seoi-Nage hinnehmen. Aber auch der vierte Shido ging auf das Konto der Leipzigerin, die damit disqualifiziert war. Im abschließenden Kampf gegen Darinka Schäfer (Teamkameradin nächste Woche beim zweiten Kampftag der Verbandsliga Frauen) musste Maria eine Niederlage einstecken und schloss als dritter Platz ab!

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Tasmin startete in der schwach besetzten Klasse -70 kg (2 Teilnehmerinnen) gegen Susann Kracht (RBS Leipzig, schwarz) und war hier nach nur 24 Sekunden mit einer Hebeltechnik erfolgreich. In einem Freundschaftskampf gegen Theresa Zenker (SV Halle, braun, U18/-70 kg) musste Tasmin sich der körperlichen Größe ihrer Gegnerin geschlagen geben, die einen Yuko durch eine Wurftechnik errang und mit anschließender Kesa-Gatame siegreich war.

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Damit der erste Platz für Tasmin.

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Blieben bei den Männern noch Fred, Maks und Mario, alle drei schön verteilt auf die Gewichtsklassen -66 kg, -73 kg und -90 kg (alles Pool-System – also viele Kämpfe!), die mit regional bekannten Namen und technischer Klasse geradezu strotzten.

Fred stellte sich in der Gewichtsklasse -66 kg (4 Teilnehmer) als erstes der Konkurrenz aus Frankreich (Georges Meunier, Rhone, schwarz) und versuchte sich mit einem klassischen De-Ashi-Barai, der leider gekontert wurde. Der Franzose erhielt Waza-Ari und setzte nach zur Kami-Shio-Gatame, aus der es leider kein Entkommen gab. Im zweiten Duell ging es gegen Zelimkhan Mukaev (CPSV, schwarz), der gefährliche Sumi-Gaeshi-Ansätze auffuhr, die Fred ein ums andere Mal vermeiden konnte. Für Ko-Uchi-Gari erhielt der Chemnitzer Waza-Ari und erarbeitete sich im Bodenkampf einen gefährlichen Hebel, den Fred geradeso verhindern konnte. Ein weiterer Überstürzer brachte einen zweiten Waza-Ari und damit den Sieg für Mukaev.

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Im letzten Duell ging es gegen den Bautzner Dirk Günther (braun), der in seinen Vorduellen bereits sowohl den Franzosen als auch Mukaev ausgeschaltet hatte – keine leichte Aufgabe. Fred bewies hervorragende Reflexe und lies die tiefen Morote-Seoi-Nage- und Tomoe-Nage-Ansätze von Dirk ins Leere laufen, aber ein toller Uchi-Mata brachte Dirk doch den Sieg. Damit ein dritter Platz für Fred.

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Schicke Medaillen und Urkunden gabs heute!

 

 

Maks startete in einem ähnlichen Starterfeld in der Klasse -73 kg( 4 Teilnehmer). Im ersten Kampf gegen Heiko Hippeli (SV Halle) kam er mit dem starken Griff seines Gegners nicht gut zurecht und verlor beim ersten Sumi-Gaeshi des Hallensers, der mit Waza-Ari bewertet wurde, die rechte Kontaktlinse. Zwar fand er sie nach langem Bodenkampf trotzdem unbeschadet wieder und durfte sie zum Mattenrand schaffen, aber die halbe Blindheit machte ihm doch stark zu schaffen. Einigen Wurfansätzen seines Gegners konnte er ausweichen, aber keine eigenen Akzente setzen und fiel letztendlich auf Uchi-Mata.

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Schönes Bild, schlechtes Ergebnis.

Im zweiten Kampf stand auch Maks einem osteuropastämmigen Gegner gegenüber, Apti Laev (CPSV). Hatte Laev beim ersten Aufeinandertreffen in der Regionalliga letzte Woche noch nach bereits 11 Sekunden per Uchi-Mata noch deutlich den Sieg geholt, ging es im zweiten Duell doch knapper aus. Laev ging mit Yuko für Hiza-Guruma in Führung, musste aber einen Shido für Passivität einstecken. Man merkte dem Russen (?) deutlich noch den ersten Kampf an und Matte für Matte blieb er länger liegen um wieder zu Kräften zu kommen. Diese Masche brachte ihm einen zweiten und dritten Shido ein, allerdings konnte Laev auch per Fußwurf einen weiteren Waza-Ari verbuchen und eine Festhalte ansetzen, aber nicht halten. Mit noch 1:30 min auf der Uhr war also alles offen: Sie für Laev durch mindestens Waza-Ari oder der vierte Shido und damit die Disqualifikation. Leider beging Maks einen taktischen Fehler und schob Laev zu stark Richtung Mattenrand, was der Russe mit einem starken Hüftwurf auf Ippon quittierte. Das letzte Duell gegen Philipp Kitschke (CPSC) folgte auf dem Fuße und Maks konnte in der ersten Kampfminute seinen Gegner im Bodenkampf überrollen und in die Gyaku-Kesa-Katame nehmen und 11 Sekunden halten.

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Nicht besonders viel Zeit, aber Yuko wert und mit einem konditionellen Vorteil brachte er diesen auch über die gesamte Kampfzeit und sicherte sich damit den dritten Platz.

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Mario kämpfte -90 kg (5 Teilnehmer) insgesamt vier Duelle. In diesem hochkarätigen Limit durfte er gleich gegen den höchstgraduierten Gegner Danny Scheithauer (CPSV, 4. Dan) ran und musste eine Niederlage per Hüftwurf einstecken. Gegen Paul Reiter (PSC Bautzen, braun) war Mario durch zwei Waza-Ari per tiefem Seoi-Nage unterlegen. Der weitaus kleinere Martin Unger (CPSV, schwarz) machte sich ebenso Marios Größe zu Nutze und konnte ebenfalls mit zwei Seoi-Nage siegen. Damit blieb für das letzte Duell Bundesligakämpfer Sebastian Schmieder (man ahnt es schon – CPSV, braun), der leider auch per tiefer Seoi-Nage gewann. Damit der fünfte Platz für Mario.

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Aufgrund guter Organisation und vielen vielen Ippons waren die Wettkämpfe bereits 13:30 beendet und wir schritten zur Siegerehrung und Mannschaftswertung, wo der siebte Platz unter den 20 anwesenden Vereinen an die SG Weixdorf ging (wobei ich das Punktesystem absolut nicht verstanden habe – Gesamtpunkte und Wertungspunkte??)

Für alle die es interessiert:

7. SG Weixdorf

6. JSV 61 Zwickau
5. Rhone / FR
4. JSV Gornau
3. PSC Bautzen
2. Chemnitzer PSC
1. Chemnitzer PSV

 

 

Da kann man abschließend nur sagen dass sich der Weg nach Chemnitz für alle Teilnehmer definitiv gelohnt hat und ich wünsche mir fürs nächste Jahr noch mehr Weixdorfer auf der Matte – denn die Pokale waren echt riesig!

 

Zusammenfassung:

Name, Altersklasse, Gewichtsklasse, Kämpfe-Siege-Niederlagen, Platz

Bräkow, Fabian

U15

-37

2

1

1

2.

Ebert, Ludwig

U15

-43

3

2

2

3.

Kleint, Richard

U15

-50

7

2

2

5.

Lamm, Celina

U15

-33

1

(+2)

(+2)

1.

Kleint, Hanna

U15

-48

3

2

2

3.

Riedel, Moritz

U18

-66

7

2

2

Szabo, Fred

-66

4

3

3

3.

Sieger, Maks

-73

4

3

1

3

3.

Conzendorf, Mario

-90

5

4

4

5.

Weidner, Mario

Fr

-63

5

4

2

2

3.

Hirschfeld, Tasmin

Fr

-70

2

1(+1)

1

(+1)

1.

 

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Danke für die Bilder an Familie Kleint!

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